Informationen zur Stadtgalerie Weiden
Die Botschaft: Es geht voran

Nur die ganz Harten zogen die Jacke aus. Draußen dunkel, drinnen kalt, dafür Licht am Ende des Tunnels in Sachen Hertie: Rund 500 Interessierte verfolgen die öffentliche Erörterung des Bebauungsplanes am Mittwochabend im leerstehenden Kaufhaus. Bild: Wilck

Weiden. (ca) "Es ist zwanzig nach sechs. Es ist saukalt. Es ist ihre Freizeit." Fondara-Vorstand Thomas Schumacher begrüßt am Mittwochabend 500 Gäste bei Hertie. "Wir sind Ihnen dafür dankbar. Wir brauchen Ihren Input, wenn das Einkaufszentrum gelingen soll." Seine Botschaft: Es geht voran.


Bürgermeister Jens Meyer erinnert an Wettläufe in seiner Kindheit: "Was geht schneller: Treppe oder Rolltreppe?" Wie er als Jugendlicher die Plattenabteilung im Obergeschoss aufsuchte. Wie er dann als neuer Bürgermeister Hertie mit zu Grabe trug. "Das ist nun schon einige Jahre her." Zeit für neues Leben.

Die Rolltreppe ist längst außer Betrieb. Es sind vor allem Innenstadtbewohner, die am frühen Abend die Treppen in die einstige Damenabteilung nach oben steigen. Nachbarn, Hausbesitzer, Geschäftsinhaber. Volksbank-Vorstand Gerhard Ludwig wird immer den direkten Blick auf die Baustelle haben:"Wegen uns kann's morgen losgehen."

Niedriger als Hertie

Die Botschaft von Fondara-Vorstand Thomas Schumacher: Es wird kein Monsterbau. Das Kaufhaus wird kleiner als Hertie, kleiner als alle Nachbarbauten: 14 Meter. Nur das Kino wird 20 Meter hoch. "Wir haben nach gültigem Recht zu bauen und wollen mit Charakter bauen." Fondara hat sich zu einem Architektur-Workshop im März bereit erklärt. 5 bis 6 Architekturbüros werden sich einbringen, darunter "sehr renommierte". Am Ende entscheidet eine Jury aus Stadt, Fachpreisrichtern, BI und Bauherr.

Auch beim Parkhaus (6 Ebenen) nutze man die Möglichkeiten nicht aus: Es wird 13 statt der erlaubten 19 Meter hoch. Schumacher zeigt ein Modell. "Hier sehen Sie, wie hoch man bauen könnte." Die Zuschauer sehen einen schwarzen Kasten hinter dem Vereinshaus ragen. "Und hier sehen Sie unsere Variante." Die Zuschauer sehen - nix. "Wir verschwinden völlig hinter dem Vereinsheim."

Öffentliches Parkhaus

Ursprünglich hatte Fondara die Parkgarage unter dem Kaufhaus integrieren wollen. Schumacher zitiert die Bedenken vom Runden Tisch: "Die Kunden fahren bei euch rein und nach drei Stunden wieder raus." Daher habe man sich für ein Parkhaus am Stadtkrug entschieden. "Wir bauen hier ein öffentliches Parkhaus. Jeder kann hier parken, egal, ob er in der Galerie einkauft oder nicht." Geplant sind 450 Stellplätze.

Die Stadtgalerie selbst hat UG, EG, 1. und 2. OG. Vorgesehen sind 45 Läden, 11 600 bis 12 200 Quadratmeter Verkaufsfläche. "Hertie hatte 6000. Die müsste man eigentlich noch abziehen." Im zweiten Stock sind Büros und Praxen vorgesehen. Das Kino am Dännereck zählt 8 Säle und 1060 Plätze. Im Kino-Foyer ist Gastronomie eingeplant - und zwar nur dort.

Verboten: Spielhallen

Ingenieurin Bettina Gerlach erklärt den Bebauungsplan, der eine "attraktive Nutzungsmischung" vorsehe. Verboten sind Spielhallen und Animationslokale. Zum Schallschutz merkt sie an, dass die Lärmsteigerung in Sedan- und Luitpoldstraße für das "menschliche Ohr nicht wahrnehmbar" sei. "Da ist es heute schon relativ laut. Wir sind nicht auf dem Dorf." Über 5 Dezibel steige der Lärm nur in der Wolframstraße, liege aber auch dort unter den Richtlinien.

Es schließt sich eine sachliche Diskussion mit einigen heißen Eisen an, moderiert von Dr. Christa Kraemer. Bei Frostbeulen-Gefahr harren Hunderte bis 21 Uhr aus. Es gibt Wiener und Becks alkoholfrei. Für ein letztes Prost auf den alten Hertie.
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