Integrierte Leitstelle
Ab Sommer endlich digital

Zweckverbandschef Andreas Meier kann sich schon mal mit Digitalfunk anfreunden. Bild: hfz

Eine Insolvenz hat bei den ursprünglichen Plänen dazwischengefunkt. Nach einiger Verzögerung kann die Integrierte Leitstelle bald auf digital umstellen.

Die ILS Nordoberpfalz wird Mitte August 2016 mit Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz den digitalen Betrieb starten. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, teilt Stephan Schieder von der Taktisch-Technischen Betriebsstelle mit. Auf die ILS und ihre Kollegen in der TTB komme ein enormes Arbeitspensum zu - zusätzlich zum Tagesgeschäft. Richtlinien, Verfahrensbeschreibungen und mitgeltende Unterlagen seien noch fertigzustellen und an die Fachanwender zu verteilen.

In der Oberpfalz werde die ILS Nordoberpfalz die letzte Leitstelle sein, die in den digitalen Wirkbetrieb im Netzabschnitt 36 geht, sagte Alfred Rast, der Geschäftsleiter des ZRF. Die alte Analogtechnik werde aber weiterhin in den Fahrzeugen verbaut bleiben, versichert ILS-Leiter Herbert Putzer. Die Leitstelle werde über die alte Technik so lange angebunden bleiben, bis auch die letzte der umliegenden Leitstellen auf digital umgeschaltet habe.

Zurückgeworfen wurde die ILS von der Insolvenz der Firma Imtech, die eigentlich für Qualität in ganz Europa stand. Auf ihre Ingenieursleistungen setzten unter anderem Deutsche Bank, Sony, Audi und RWE. Und auch der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Nordoberpfalz. Imtech hatte 2011 die Ausschreibung für die Errichtung der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz gewonnen, war seit April 2014 auch mit der technischen Umrüstung auf den Digitalfunk betraut. Mitte 2015 musste die Firma jedoch Insolvenz anmelden. Kurz vor Vollendung des Digitalfunks in der Nordoberpfalz wurde der Testbetrieb im Sommer letzten Jahres abrupt gestoppt. In Hinblick auf die Betriebssicherheit der ILS Nordoberpfalz mussten die Digitalfunk-Komponenten deaktiviert werden. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Disponenten bereits geschult, die Leitstelle schon über Digitalfunk erreichbar, die Feuerwehren und der Rettungsdienst informiert. Der Echtbetrieb war für Oktober 2015 terminiert gewesen.

Nach zähen Verhandlungen hat Zweckverbandschef Landrat Andreas Meier den Auftrag für die Anbindung der ILS an den BOS-Digitalfunk - mit den notwendigen Restleistungen im sechsstelligen Bereich - an die Firma eurofunk Kappacher Gmbh Deutschland, Ainring, vergeben. Die TTB und auch die Inbetriebnahme der Endgeräte bei den Hilfsorganisationen und Feuerwehren waren vom Insolvenzverfahren nicht betroffen.
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