Ist Weiden gut mit Bargeld versorgt? Darüber hat der "Neue Tag" mit vertretern der Geldhäuser ...
Bürger brauchen Bargeld

Bitte Betrag eingeben: Immer häufiger werden EC-Karten zum Bezahlen verwendet. In Deutschland hält sich der Umsatz bei EC-Karte und Bargeld etwa die Waage. Beliebt ist "bargeldlos Zahlen" aber nicht. Bild: Götz

Ob in der Boutique oder im Wirtshaus: Jeder mag das Klingeln der Münzen und das Kruscheln nach Kleingeld. Wie wichtig ist Bargeld heute? Darüber hat der "Neue Tag" mit Vertretern regionaler Geldhäuser gesprochen.

Geld ist nicht immer und überall verfügbar. Jeder kennt die Ebbe im eigenen Geldbeutel und das leer gefegte Konto. Eher weniger bekannt: Auch Geldautomaten kann das Geld ausgehen. Regionale Bankhäuser müssen sie regelmäßig wieder befüllen. Dafür müssen sie Scheine beschaffen, zählen, verarbeiten, transportieren und die Automaten bestücken. Das Geld muss dabei immer sicher aufbewahrt werden um es vor Diebstahl zu schützen. Die Verarbeitung von Bargeld ist teuer. Solche Kosten liefern Argumente für die Abschaffung der Bargeldversorgung. Doch dagegen gibt es große Vorbehalte.

Genug Bargeld zur Verfügung zu stellen, beschäftigt uns sehr.Alexander Brittinger, stellvertretender Vorstand der Sparkasse

Bernhard Wolf, Vorstand der Raiffeisenbank sieht die Bargeldversorgung als "ureigene Aufgabe" seiner Bank. "Das Geld wird hier zentral angeliefert und dann in die 16 Zweigstellen transportiert." Man müsse da wirtschaftlich denken und schauen, dass es gut und schnell funktioniere, sagt der 49-jährige. Einer Abschaffung des Bargelds steht er sehr kritisch gegenüber. "Ich bin strikt dagegen, wir verkaufen unsere Freiheit komplett. Die Bundesbank wehrt sich zurecht gegen die Abschaffung des Bargelds." Im schlimmsten Fall könnten Negativzinsen eingeführt werden um dadurch die Sparguthaben der Leute zu schrumpfen. "Jetzt geht das nicht, weil es Bargeld gibt und die Leute das einfach abheben können."

Bargeldlos zahlen sei nicht unbedingt ein Vorteil. Gebühren großer Firmen würden die Einsparungen wieder zunichte machen. Sicherer sei es auch nicht unbedingt, weil Kriminelle immer Schlupflöcher finden. Trotzdem werde es in der Zukunft immer mehr bargeldlose Zahlungen geben, vermutet Wolf.

Ich bin strikt gegen die Abschaffung von Bargeld.Bernhard Wolf, Vorstand der Raiffeisenbank

Aufgeschlossen für Neues


Der stellvertretende Vorstand der Sparkasse, Alexander Brittinger, stimmt dieser Aussage zu. Die Sparkasse stehe einem Zuwachs der bargeldlosen Zahlungen prinzipiell aufgeschlossen gegenüber. Dabei gehe es auch um Innovationen wie die Bezahlung per Handy-App. "Wir erwarten aber nicht, dass Bargeld verschwindet. Das ist eine Mentalitätsfrage." Es gebe auch in Weiden und der Umgebung keinen Rücklauf in der Nachfrage nach Bargeld. Das habe sich wieder in der Weihnachtszeit gezeigt. "Genug Bargeld zur Verfügung zu stellen, beschäftigt uns sehr", sagt Brittinger. "Wir müssen weiter fahren als früher, weil sich die Bargeldversorgung der EZB aus der Fläche zurückgezogen hat." Vor allem der Kleingeldservice in Form von Münzrollen koste die Sparkasse eine Menge Geld. Das sei auch mit den jetzigen Gebühren noch nicht kostendeckend. "Wir machen das aber als Service für unsere Kunden, die das Bargeld wollen und brauchen."
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