Jobcenter stärkt Mütter für Arbeit im Einzelhandel
Personal für die Stadtgalerie

Gibt es einmal in Ferienzeiten keine Kinderbetreuung kann im Projekt "Gina", so wie hier in der Arbeitsagentur, auch einmal das Kind zur Arbeit mitkommen. Bild: Bühner

Noch dauert es, bis das Einkaufszentrum eröffnet. Das Jobcenter hat den Termin aber schon jetzt im Blick. Er könnte besonders für Mütter Chancen bergen.

"Gina": So heißt ein Arbeitsmarktprojekt, das Personalreserven im Einzelhandel schaffen soll - für die Stadtgalerie, aber auch anderswo. Über Einzelheiten hat das Jobcenter Weiden-Neustadt bereits rund 30 Frauen informiert. Eine Gemeinsamkeit hatten die Zuhörerinnen: Jede von ihnen hat betreuungsbedürftige Kinder. Und was die Mütter hörten, hat sie wohl überzeugt. Am Ende der Veranstaltung meldeten sich fast alle (mit einer einzigen Ausnahme) zur Teilnahme an der Maßnahme an.

"Wir arbeiten mit einem ganzheitlichen Ansatz und können so viele Hindernisse für eine Arbeitsaufnahme aus dem Weg räumen", erklärte Monika Reichel, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Vorbehalte der Arbeitgeber gegenüber Frauen mit Erziehungsaufgaben sollten abgebaut werden. Gerald Igl von der Gesellschaft für Schulungs- und Informationsdienstleistungen (GSI) vertrat den Träger der Maßnahme und stellte die Einzelheiten des Projekts vor.

Es beginnt mit einem sogenannten Aktivierungscoaching. Dabei erörtern Sozialpsychologen in persönlichen Gesprächen mit den Teilnehmerinnen die jeweilige Situation und erarbeiten Ansätze gegen Vermittlungshemmnisse. Dieser Coaching-Prozess schließt auch Themen wie finanzielle Notlagen oder Wohnungsprobleme mit ein. Gleichzeitig sollen die Frauen persönliche und soziale Kompetenzen erwerben. Bewerbungstraining, Selbst- und Familienmanagement sowie Gesundheitsorientierung gehören ebenfalls dazu.

Erst im Anschluss beginnt die eigentliche Qualifizierungsmaßnahme. Sie vermittelt Teile von Ausbildungsinhalten der Verkaufsberufe - und zwar den Qualifizierungsbaustein "Servicebereich Kasse" mit "Fachpraxis Kassieren" und "Fachtheorie Kassenwesen". Abgeschlossen wird die insgesamt sechsmonatige Maßnahme mit einem Praktikum, das als Sprungbrett in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung dienen soll. Wer die Maßnahme erfolgreich abschließt, erhält ein Zertifikat.

"Um die ersten Monate einer Beschäftigung zu erleichtern, fördert das Jobcenter Probebeschäftigungen oder gewährt einen Wiedereingliederungszuschuss", erklärte Reichel. Damit die Teilnehmerinnen "durchhalten", appellierte sie an die Frauen: "Es ist wichtig, dass Kinder mit dem Vorbild von arbeitenden Eltern aufwachsen." An die Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen richtete die Arbeitsmarktexpertin ebenfalls eine dringende Bitte: "Schaffen Sie bitte mehr Randzeitenbetreuung, damit Frauen auch Unterbringungsmöglichkeiten für ihre Kinder außerhalb der Kernarbeitszeiten haben."

Das Projekt "Gina" wird über das Aktionsprogramm "Soziale Innovation" des Europäischen Sozialfonds Bayern gefördert. Beginn ist am Dienstag, 4. Oktober.
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