Kalte Dusche für "Schätzler"-Fans

Der Stadt steht finanziell das Wasser bis zum Hals. Das wirkt sich nun auch aufs Schätzlerbad aus: Die Öffnungszeiten verringern sich, gleichzeitig erhöhen sich die Eintrittspreise.

Schwimmen schon ab 8 Uhr? Das wird im Schätzlerbad künftig ebenso wenig möglich sein wie die Tageskarte zum Preis von 3 Euro für einen Erwachsenen - er zahlt künftig 4 Euro. Kürzere Eintrittszeiten, höhere Preise: Es sind unangenehme Neuerungen, die ab der Saison 2015 auf die Badegäste zukommen. Warum sie nötig sind, das erläuterten bei einem Pressegespräch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Stadtwerke-Chef Johann Riedl und der Vorsitzende des Schwimmvereins (SV), Reinhard Meier.

Hintergrund ist eine Entscheidung des Finanzausschusses: Weil der SV einen Sonderzuschuss von 100 000 Euro brauchte, vor allem um Verbindlichkeiten aus den Jahren 2012 und 2013 zu begleichen, sollte er im Gegenzug künftig weniger bekommen: von 2016 an nur noch 500 000 statt bislang 550 000 Euro für den Beckenbetrieb. Mehr gab der Stadthaushalt angesichts der Sparbemühungen offenbar nicht her. Die Lücke soll nun mit zwei Maßnahmen geschlossen werden.

Zunächst mit kürzeren Öffnungszeiten: Die Stadtwerke, die vom SV die technische Betriebsführung für die Beckenbäder übernommen haben, wollen dadurch beim Personal mit nur noch einer Schicht auskommen. Außerdem würden so die teuren Nachtzuschläge an den frühen Morgenstunden umgangen, erklärt Riedl. Unterm Strich rechnet er mit einer Einsparung von 25 000 Euro.

Die zweiten 25 000 Euro sollen zum einem Teil die höheren Eintritte bringen. Wie Meier betont, gehöre das "Schätzler" jetzt zwar zu den teuersten Bädern in der Oberpfalz. Über die regionalen Höchstwerte hinaus gehe die Erhöhung aber nicht. Überhaupt: Teuer sei relativ, so Meier. Denn jedes Bad sei für die öffentliche Hand ein Draufzahlgeschäft. Verglichen mit anderen sei das "Schätzler" für die Stadt aber sehr günstig. Und das trotz des attraktiven Angebots.

Zu einem anderen Teil könnten aber auch die Mitglieder von SV und Förderverein zum Schließen der Finanzierungslücke herangezogen werden. Wie Meier sagt, werde bei den anstehenden Hauptversammlungen eine Beitragserhöhung auf die Tagesordnung kommen. Unabhängig davon könnte auch etwas anderes dem "Schätzler" helfen: Die unangenehmen Neuerungen sind auch deshalb nötig, weil es wegen des verregneten Sommers 2014 auf der Einnahmeseite nicht stimmte. Das war es denn auch, was OB Seggewiß am Ende betonte: "Hoffen wir auf gutes Wetter." (Hintergrund)
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