Karlheinz Winter (Gewerkschaft Verdi) verärgert über Bauhof-Analyse im Prüfbericht
"Mal vier Wochen Winterdienst"

Zu viel Personal im Bauhof, dabei auch noch zu wenig effektiv? "Den Herrschaften, die dieses Gutachten geschrieben haben, empfehle ich mal vier Wochen Winterdienst", ereifert sich Karlheinz Winter über den Bericht des Kommunalen Prüfungsverbandes. Der stellvertretende Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Oberpfalz bezeichnet die Aussage des Prüfberichts als "äußerst fragwürdig".

Sorgen bereiten Verdi ("Wir sind der Gemischtwarenladen der Gewerkschaft") die Entwicklungen bei der Kliniken Nordoberpfalz AG ebenso wie bei den Stationierungsstreitkräften. Die Kliniken AG wirtschafte zwar gut. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben rutsche sie jedoch tief ins Minus. Die Situation habe zudem der Freistaat verschärft, der sich bei den Investitionskostenzuschüssen stringent zurückhalte. Dabei steht gerade in Weiden die Sanierung der Klinik-Tiefgarage an. Die AG müsse dafür drei Millionen Euro aufbringen, die sie nicht hat: "Darum soll wieder der Einbehalt der Löhne eine Rolle spielen. Das heißt, dass die Mitarbeiter, auch die Reinigungskräfte, Geld mitbringen müssen, damit die Tiefgarage saniert werden kann." Die Arbeitsbelastung in den Kliniken, so stellt der Gewerkschafter fest, sei kaum noch zu ertragen. "Die Menschen sind an der Belastungsgrenze und viele darüber hinaus."

250 Jobs weg

Als "sehr ernst" bezeichnet Winter die Entwicklung bei den Stationierungsstreitkräften in Grafenwöhr, Hohenfels und Vilseck, bei denen 250 "Beendigungskündigungen" anstehen. Dabei liege das Durchschnittsalter der Betroffenen bei 56 Jahren. "Finde da mal einen neuen Job!" Der Arbeitgeber hätte eigentlich beruhigt die Zeit bis zur Rente der Mitarbeiter abwarten können.

Schlimme Veränderungen stünden beim BRK ebenso an wie in der Versicherungsbranche oder bei der Post AG, die im großen Stil Teilbereiche ausgliedern wolle. Im Speditionsgewerbe setze sich bei den Mitarbeitern nur langsam die Erkenntnis durch, dass bei tarifgebundenen Betrieben "bei weniger Arbeitszeit besser bezahlt" werde.

Leiharbeit und Werkverträge gehörten "einfach verboten", fordert Winter. Und: "Unbefristete Arbeitsverträge müssen die absolute Norm sein. Die Arbeitgeber könnten mit uns schwimmen." Dann gäbe es weniger Nachwuchssorgen in den Betrieben. Voller Vorfreude, so meint Winter, erwarte er die von Minister Markus Söder zugesagte Dienstleistungsbehörde für die Region.
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