Kaufen nicht teurer als mieten

Vorstandsvorsitzender Gerhard Ludwig (links) und sein Team der Volksbank lieferten beim 4. Immobilienabend eindrucksvolle Argumente, warum sich der Kauf von Immobilien derzeit besonders lohnt. Bild: sbü

Banker und Finanzexperten raten in Anbetracht der Niedrigzinsphase zum Immobilienkauf. Doch das Angebot ist knapp. Verkäufer halten sich zurück und hoffen auf steigende Preise. In manchen Regionen kann man auch schon fast von einer Immobilienblase sprechen. Doch im Stadtgebiet Weiden ist der Immobilienmarkt noch weitgehend im Gleichgewicht.

(sbü) Drei wichtige Botschaften konnten die Zuhörer des 4. Immobilienabends im Schalterraum der Volksbank Weiden mit auf den Heimweg nehmen: Kaufen ist derzeit nicht teurer als Mieten, die Ersparnis durch niedrige Zinsen ist in der hiesigen Region noch immer größer als die zusätzliche Belastung durch gestiegene Immobilienpreise und besonders lohnen sich derzeit Investitionen in die energetische Sanierung von Wohnhäusern.

750 Euro für Doppelhaus

Zu allen drei Themen wurden zahlreiche Einzelbeispiele, Statistiken und vor allem viele Empfehlungen vorgetragen. So rechnete zum Beispiel Oliver Ludwig, Prokurist und Vertriebsleiter des Immobilienbereichs der Volksbank, vor, dass derzeit im Raum Weiden oftmals Mietkosten und Finanzierungskosten im Erwerbsfalle ähnlich hoch seien. Als Beispiel nannte er für beide Fälle die Summe von circa 750 Euro für ein Reihen-oder Doppelhaus mit 150 m². Wer kauft, könne derzeit mit niedrigen Festzinsen über einen langen Zeitraum bis zum Zeitpunkt der Darlehenstilgung kalkulieren.

Die Immobilienexperten der Volksbank und ihres Tochterunternehmens City Immobilien GmbH, Uli Kammerer und Tobias Stemmer, lieferten Detailzahlen zum Immobilienmarkt im Bereich Weiden. Zwischen den Jahren 2007 und 2013 seien in Weiden die durchschnittlichen Kaufpreise für gebrauchte Eigenheime um circa 7 Prozent gestiegen. Mit 1700 bis 1800 Euro pro Quadratmeter liegen diese weit unter den Vergleichszahlen großer Städte oder dem südlichen Bayern.

Verkäufer warten ab

Sogar nur minimale Steigerungen hätte es in Weiden bei den Eigentumswohnungen mit circa einem Prozent gegeben. Als durchschnittlicher Quadratmeterpreis wurden dabei circa 1500 Euro errechnet. Bei Mietpreissteigerungen haben die Experten in dem genannten Zeitraum für Weiden circa 7 bis 8 Prozent bei einem Quadratmeterpreis zwischen 6 und 8 Euro errechnet. Ungleichgewichte bestünden deshalb nur in Großstädten.

Weil die Zahl der Vermittlungen von Verkaufsimmobilien sinke, "scheinen potenzielle Verkäufer Wohnungen zurückzuhalten, um sie später zu noch höheren Preisen zu verkaufen". Wie Immobilien am günstigsten finanziert werden können, darüber informierten Sandra Steiner und Robert Brunner. Derzeit müssten für ein Darlehen von 100 000 Euro bei 10-jähriger Laufzeit monatlich nur 157 Euro bezahlt werden. Im Jahre 2008 lag der Vergleichswert noch bei 407 Euro, rechneten die Finanzierungsexperten vor.

Energieberater hinzuziehen

Den Bauherren empfehlen sie, "energieeffizient zu bauen", und dafür KfW-Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Dringend wird bei Neubau oder Sanierung auch die Einbindung eines Energieberaters empfohlen. Mit einzelnen Rechenbeispielen untermauerten die Finanzierungsberater ihre Empfehlungen. Im Falle des "Energieeffizienten Sanierens im Kreditprogramm KfW-Effizienzhaus" errechneten sie bei einem Darlehen von 75 000 Euro nicht nur keinerlei Zinskosten, sondern darüber hinaus eine Ersparnis von circa 6000 Euro.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.