Kein dramatischer Preisverfall trotz Ende der Quote
Molkereien bleiben gelassen

Die Amberger Käserei, die mit Domspitz zur Bayernland eG gehört, verarbeitet Milch aus der Oberpfalz zu Käse. Archivbild: Huber
Mit dem Ende der seit 31 Jahren bestehenden Milchquote sehen insbesondere die Molkereien keine dramatische Entwicklung für die Zukunft. Übereinstimmend vermuten etwa die Vertreter der Bayernland eG (Nürnberg) und der Privatmolkerei Bechtel (Schwarzenfeld) für das nächste Jahr eine Erhöhung der Milchmenge zwischen drei und fünf Prozent. Die Entwicklung der Abnahmepreise für die Landwirte sei nur noch schwer vorhersehbar, so die weitere Einschätzung. "Der Preis im Jahr 2014 war auch mit einer Milchquote nicht stabil", erläutert Gerhard Meier, Geschäftsführer der Bayernland eG.

"Den fortschreitenden Strukturwandel und die Entwicklung zu etwas größeren Betrieben hat schon unter der Milchquote eingesetzt", berichtet Georg Müller, Leiter des Einkaufs und Mitglied der Geschäftsführung der Privatmolkerei Bechtel. Müller sieht mit der Erhöhung der Milchmenge in der Zukunft größere Chancen für den Weltmarkt, gleichzeitig auch Risiken. "Politische Entwicklungen wie etwa in Russland oder in der Ukraine werden künftig Einflussfaktoren sein", sagt er. Der deutsche Markt sei ohnehin seit Jahren gesättigt, bestätigen die Molkereien. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter warnt etwa vor heftiger schwankenden Preisen durch die Abhängigkeit vom Weltmarkt.

Künftig haben nach Georg Müller die Betriebe die besten Chancen, die sich bereits in der Vergangenheit gut aufgestellt haben. "Wer sinnvoll Technik und Gebäude eingerichtet hat, zudem gut ausgebildet ist, hat mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von etwa 70 bis 80 Milchkühen sehr gute Chancen", so der Leiter des Einkaufs. Für einige Milchviehbetriebe sieht Bayernland-Geschäftsführer Meier durchaus auch Optionen in der Direktvermarktung.

Wichtig ist beiden Milchverarbeitern für die Oberpfalz die enge Zusammenarbeit mit den Landwirten. Unisono berichten Gerhard Meier und Georg Müller die vertraglich garantierte Abnahme der Milchmengen. "Wir werden zu 100 Prozent abnehmen und verarbeiten", sichert Meier Vertragstreue zu.
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