Köckert Formenbau nimmt 5-Achs-Fräszentrum in Betrieb
Qualität in der besten Form

Jürgen Steinsdörfer (rechts) und sein Bruder Peter (links) erläuterten OB Kurt Seggewiß und Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner das neue "5-Achs-Fräs-Zentrum", das mit Geldern aus Brüssel gefördert wurde. Bild: Wieder

Die goldenen Zeiten der Glasindustrie in der Region sind verblasst. Von den 15 Experten, die früher bei der Firma Köckert die Formen für die Glas-Fabriken herstellten, blieben gerade mal vier. Doch das Weidener Unternehmen meistert den Umbruch. Und investiert kräftig in die Zukunft.

Die Diplom-Ingenieure Peter und Jürgen Steinsdörfer, die das Unternehmen in der dritten Generation führen, räumen ein, dass ihnen der Strukturwandel in der Glasindustrie zu schaffen machte. "Früher haben wir bis zu 90 Prozent für die Glasindustrie gearbeitet. Wir waren schon mal 56 Leute, heute sind wir 24", berichtet Peter Steinsdörfer, als er mit seinem Bruder Jürgen den Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner durch den Betrieb in Weiden-West führt.

Formenbau Köckert versteht sich zwar weiterhin als hochspezialisierter und erfahrener Partner für die Glashersteller, liefert Formen zur Herstellung von Tableware, Geschenkartikel, Figuren oder für technische Anwendungen, etwa Gläser für die Beleuchtungsindustrie und Medizintechnik. Im Fokus steht aber die Leichtmetall-Industrie, für die im großen Umfang hochkomplizierte Formen "gebaut", also konstruiert, gesägt, gefräst und poliert werden. In Köckert-Formen und -Werkzeugen entstehen Metallteile für die Haushalts-, Elektro-, Konsumgüter- und Automobilzulieferindustrie. Sogar die Schienen in Flugzeugsitzen werden in Formen aus Weiden-West gepresst. Beeindruckend: Eine Form wiegt schon mal 2,5 Tonnen und ist für einen Zuhaltedruck von 800 Tonnen ausgelegt.

Die beiden Inhaber des 1949 gegründeten Familienbetriebes fertigen aber auch Vorserienteile und Prototypen, setzen im sogenannten 3-D-modelling zweidimensionale Entwürfe in dreidimensionale Modelle um. Neu im Maschinenpark ist ein modernes 5-Achs-Bearbeitungszentrum. Die Investition von rund 560 000 Euro konnte durch einen Förderantrag über die Stadt mit fast 20 Prozent von der Europäischen Union unterstützt werden. Es greife immer noch die GA-Förderung, betont dazu Cornelia Fehlner.

Mit diesem 5-Achs-Fräs-Zentrum, in der Schweiz hergestellt, könne Köckert selbst modernste Technik einsetzen. Der Betrieb zeige mit jedem Produkt, das die Hallen verlasse, dass er "Qualität in der besten Form" liefere, so Peter Steinsdörfer.

Regionalförderung sichert 3277 ArbeitsplätzeVon 2014 bis 2020 läuft die neue Förderperiode. Weiden zählt weiterhin zu den Fördergebieten. Die Förderzahlen werden allerdings nur auf Bezirksebenen veröffentlicht: "Über 29 Millionen Euro hat das bayerische Wirtschaftsministerium 2015 für Investitionen Oberpfälzer Unternehmen bereitgestellt, 6,5 Millionen Euro davon stammen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)", berichtet Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner. Damit wurden 107 Investitionsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von über 221 Millionen Euro unterstützt. "Dadurch entstanden in der Oberpfalz 345 neue Arbeitsplätze und 3277 wurden gesichert." (wd)
1 Kommentar
36
Hans - Peter Kastner aus Brand | 26.05.2016 | 12:44  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.