Kongress an der OTH
Architektur unterstützt Heilung

Im Foyer der Hochschule präsentierte sich modernste Medizintechnik, so zum Beispiel Computertomographen der neuesten Generation oder wie mit einer 3-D-Brille die anatomische Struktur eines menschlichen Gehirns untersucht werden kann. Bild: Bühner

Es geht nicht nur um Kostenbegrenzung, sondern vor allem um die Unterstützung der medizinischen Prozesse: Deshalb werden heute Krankenhäuser anders gebaut als vor 50 Jahren. Darüber diskutierten 150 Experten aus aller Welt an der OTH in Weiden.

Internationales Flair herrschte in den Fluren und Vortragsräumen der OTH. Weil auch noch Semesterferien waren, bestimmte die zweitägige Tagung "Hospital Engeneering Trends" weitgehend das Geschehen an der Hochschule. Bereits zum dritten Male fand eine solche Tagung statt, bei der mehr als 150 Experten aus 20 Ländern über moderne Krankenhauskonzepte diskutierten.

Teilnehmer der Tagung waren hauptsächlich Krankenhausplaner, Medizintechniker und Mediziner. Professor Dr. med. Clemens Bulitta, Leiter des OTH-Instituts für Medizintechnik, moderierte und organisierte federführend den Kongress. Zusammenfassend stellte er am Ende der Tagung fest: "Wir gewannen wichtige Erkenntnisse, wie durch Architektur die Behandlungsabläufe in den Kliniken immer weiter optimiert werden können." Schließlich gehe es nicht nur um die modernste technische Ausstattung und Entwicklung, sondern vor allem auch um organisatorische Prozesse und Baulichkeiten in den Kliniken. Die Räumlichkeiten müssten "ablauforientiert" gestaltet werden, das heißt, die Behandlung müsse bestimmend sein für die Raumaufteilung.

Lärm vermeiden


"Wir wollen kein Krankenhaus, das einfach nur schick aussieht", sagte Bulitta. Auch aus dem Ausland könne man viel lernen. Bauliche Lösungen für den besten Umgang mit Infektionskrankheiten oder Virusinfektionen greifen auch auf Erfahrungen bei der Ebola-Epidemie zurück. Die Tagung befasste sich auch mit Konzepten für eine "heilende Architektur". Dabei sei zu berücksichtigen, dass immer mehr ältere Patienten in die Krankenhäuser kommen. Farbgestaltung und das Erlebnis des Tag-Nacht-Rhythmus oder auch die Lärmvermeidung auf den Intensivstationen wurden thematisiert.

Hygiene im Fokus


Workshops des Kongresses befassten sich auch mit dem Thema Krankenhaus 4.0, also der zunehmenden Vernetzung aller Bereiche innerhalb eines Klinikums. Ziel dabei ist eine "individualisierte Medizin" bei der Patientendaten in allen Behandlungsbereichen zugänglich sind. Auch außerhalb des Krankenhauses, zum Beispiel beim behandelnden Arzt, sollte darauf zugegriffen werden können. Wie bekannt wurde, wird an der OTH in Weiden eine neue Professur für "digitale Prozessketten" eingerichtet. Vorteile und Erkenntnisse versprechen sich die Krankenhausplaner auch von der "digitalen Simulation von Ablaufprozessen".

Breiten Raum nahm bei der Tagung das Thema Hygiene in den Krankenhäusern ein. Stichworte dabei waren Lüftungstechnik unter hygienischen Gesichtspunkten oder "antimikrobakterielle Oberflächen", die in kurzer Zeit Bakterien abtöten. Hygienegesichtspunkte werden "zwingend" für die Anordnung der Räumlichkeiten eines Krankenhauses betrachtet. Bei der Vorstellung sogenannter robotischer Technologien wie "da Vinci Xi" in der Chirurgie, stellte Bulitta fest, dass das Klinikum Weiden, insbesondere mit seinem Hybrid-OP, "führend unterwegs ist". Die enge Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Klinikum sorge dafür, "dass die Patientenversorgung in Weiden einen hohen innovativen Stand hat".
Wir gewannen wichtige Erkenntnisse, wie durch Architektur die Behandlungsabläufe in den Kliniken immer weiter optimiert werden können.Professor Dr. med. Clemens Bulitta, Leiter des OTH-Instituts für Medizintechnik
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