Kostengünstige Effizienz entscheidet über Erfolg der Energiewende
Batteriespeicher noch unwirtschaftlich

Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden und Forschung trafen sich im Vereinshaus Weiden zur Tagung "Batteriespeicher 2016". Eingeladen hatte CARMEN e.V., ein von der Staatsregierung unterstütztes gemeinnütziges "Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk" mit Sitz in Straubing. Ziel der ganztägigen Tagung war es, einen Überblick über die aktuelle Marktsituation von Strom-Speichersystemen zu geben. Dazu referierten Repräsentanten aus der Energiewirtschaft, der Wissenschaft und von Verbänden.

Eine zentrale Schlussfolgerung zog Sandra Inninger von der Beratungsgesellschaft "egrid application & consulting GmbH" aus Kempten: "Betriebswirtschaftlich rechnen sich die verfügbaren Batteriespeichersysteme noch nicht." Dass sich Industrie und Forschung auf einem sehr guten Weg befinden, untermauerten die Einzelreferate. Zum einen sind erneuerbaren Energien hoch volatil, zum anderen weichen Produktions- und Bedarfszyklen der Endverbraucher stark voneinander ab. Ohne hohe Speicherkapazitäten und Wirtschaftlichkeit in ihrer Nutzung wird Strom erzeugt, ohne dass er verbraucht wird. Dieser Überschuss-Strom muss zu Billigstpreisen oder zum Nulltarif weitergeleitet werden ("Holländer freuen sich").

Alle Experten sind sich einig, dass der dezentrale und zentrale Speicherausbau spätesten ab dem Jahre 2025 zwingend ist. Zu diesem Zeitpunkt sind die Atomkraftwerke abgeschaltet, so dass kaum noch Energie aus konventionellen Kraftwerken zur Verfügung steht. Ausführlich widmete sich deshalb die Tagung dem technischen Entwicklungsstand und der Marktsituation bei Batteriespeichersystemen. Danach gibt es derzeit 200 Systeme von 44 Herstellern. Schon ein Blick in die Liste zeigt selbst dem Nichtfachmann, dass die Wirtschaftlichkeit aller Systeme derzeit noch zweifelhaft ist. Nicht alle Anbieter nennen die Preise.

Hohes Kosten-Potenzial


Zum Beispiel liegt die Nutzungs-Kapazität einer großen Zahl der Systeme unter 10 Kilowattstunden, der Endkundenpreis aber über 10 000 Euro. Wesentlich höhere Nutzungs-Kapazitäten führen zu Preisen bis über 50 000 Euro. So überrascht es, dass Marco Schmidt vom Bundesverband Energiespeicher e.V. von "25 000 derzeit installierten Hausspeicher-Systemen" sprach. Schmidt nannte 1300 Euro als Richtwert des derzeitigen Preises für ein Kilowatt Batterie-Speicherkapazität. Technologisch gesehen, seien die Speichersysteme marktreif. Vor allem die Lithium-Technologie wird von den Experten bevorzugt. Förderprogramme seien derzeit zwingend. Dass die KfW-Förderung momentan ausgesetzt sei, wurde bedauert. Wegen der fehlenden Wirtschaftlichkeit von Kleinspeichern denken Experten auch längst über Großspeicher und dezentrale Speicher nach. Je mehr dezentrale Speicher vorhanden seien, desto weniger sei der Netzausbau erforderlich. "Schnelle Speicher statt lange Leitung" wurde als Devise genannt. "Fast alle einschlägigen Studien sagen für Stromspeicher ein Kostensenkungspotential auf ein Drittel des heutigen Preises voraus", sagte Dr. Anna Grevé von Frauenhofer Umsicht Oberhausen.

Verbandsvertreter Schmidt meinte: "Energiespeicher sind reif für den Markt, die Politik nicht".
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