Krapf & Lex gut im Geschäft
Nach Insolvenz wieder zurück

Unabhängigkeit und große Flexibilität versprechen sich technischer Geschäftsführer Hermann Lex (links), kaufmännischer Geschäftsführer Markus J. Marschner (Vierter von links) sowie Prokurist Dominik Strähl (Fünfter von links) von der neuen Plasmaschneide-Anlage. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß zeigte sich beeindruckt. Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner konnte für die Großinvestition GA-Fördergelder erschließen. Bild: Schönberger

Schon allein der Name verpflichtet: Hermann Lex übernahm vor einem Jahr die Firma Krapf & Lex, als diese in die Insolvenz geraten war. Anders als sein Vorgänger, der sich auf das unsichere Gebiet der Erneuerbaren Energien wagte, besann sich der Enkel des Firmengründers auf die Kernkompetenzen des Betriebes - und ist damit wieder gut im Geschäft.

Mit Markus J. Marschner führt der 39-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur das traditionsreiche Unternehmen, das seit 2009 nicht mehr im Familienbesitz war. Beim Besuch von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß zog Hermann Lex nun eine erste Zwischenbilanz: Durch die Betriebsübernahme konnte er alle 29 Arbeitsplätze erhalten, inzwischen sogar zwei weitere Stellen schaffen. Zudem sucht er drei Auszubildende (Feinwerkmechaniker sowie Metallbauer der Fachrichtung Feinwerk).

Konkreter Anlass des Besuches war die Inbetriebnahme der neuen Plasmaschneide-Anlage, die mit ihrem Phasenaggregat im Umkreis von 40 Kilometern einmalig in der Region ist. Bei der Finanzierung der 250 000 Euro teuren Maschine half die Stadt Weiden: Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner besorgte die Zuschüsse aus dem Topf der Grenzlandförderung. Auch bei der Vermietung von 500 Quadratmetern Bürofläche im Verwaltungsgebäude sowie größerer Lagerkapazitäten sagte Wirtschaftsförderin Fehlner ihre Unterstützung zu.

Gutes Geld machen


Mit der Plasmaschneide-Anlage werde der Betrieb unabhängig von den Laserschneidern in der Region, die meist auf Wochen ausgelastet sind. "Nur wer schnell ist, kann gutes Geld machen", betonte der Unternehmer. Die Krapf & Lex Maschinenbau GmbH werde mit der Plasmaschneide-Anlage, die bis zu zehn Zentimeter dicke Stahlplatten trennen könne, unwahrscheinlich flexibel. "Das ist eine Investition in die Zukunft."

Aus den Management-Fehlern des Vorgängers hat die neue Führungscrew gelernt. Mit der Übernahme der Mitarbeiter konnte das gesamte Fachwissen im Betrieb gerettet werden. "Ihre Erfahrung ist Gold wert." Seit der Neuausrichtung stehen die Stärken des Unternehmens im Vordergrund: Oberflächentechnik, der Bau von Strahl- und Lackieranlagen, der Maschinenbau, die Versorgungstechnik (Lüftung) sowie Service und Dienstleistungen (Industrial IT). Die Firma baue derzeit die Lüftung für den jüngsten Bauabschnitt am Klinikum sowie die Hängebandstrahl-Anlage für ein Motorradwerk in Berlin, die im Sommer in Betrieb geht.

In der Bundeshauptstadt sei der Auftraggeber dermaßen von den Weidenern angetan, dass er sie bereits intensiv weiterempfiehlt. "Wir haben uns gegen die Großen in der Branche durchgesetzt und nun auch Anfragen aus der Automobilbranche", sagte Lex. Auch das Russland-Geschäft (Ural-Lokomotive in Jekaterinburg) komme wieder in Schwung, berichtete Dominik Strähl, Prokurist und Chef der Konstruktion. Das Unternehmen sei dankbar, dass nahezu alle Auftraggeber, die durch die Insolvenz der Vorgängerfirma weggefallen waren, inzwischen wieder zurückgewonnen werden konnten. "Krapf & Lex hat einen guten Namen. Darauf sind wir stolz. Wenn unsere Anlagen einen Makel haben, dann den, dass sie ewig und drei Tage halten", erklärte Hermann Lex schmunzelnd.

Konsolidierung und Neuaufbau fressen jedoch auch Kapazitäten, gestand der technische Geschäftsführer, "Wir wollen mit Verstand wachsen und das Marktpotenzial langfristig nutzen", kündigte Lex an. Die Firmen-Strategie sehe einen Voll-Service für den Auftraggeber vor: "Von der Konstruktion über den Bau, Montage und Einweisung in die gefertigten Anlagen."

"Es passiert nichts"Nahezu alle Anwohner der Firma Krapf & Lex Maschinenbau GmbH in der Pressather Straße 157 sprachen in den vergangenen Wochen im Rathaus vor. Sie äußerten sich meist kritisch über die Nutzungsänderung, die der Bauund Planungsausschuss dem Gebäudeinhaber zugestanden hatte: Auf den freien Flächen im Verwaltungsgebäude hätten Asylbewerber einziehen können.

Nun beruhigte Hermann Lex die Nachbarn. "Es wird nichts Derartiges geschehen." Es habe von der Regierung die Anfrage gegeben, ob im Haus Flüchtlinge untergebracht werden könnten. "Wir haben das wunschgemäß abgeklärt. Das ist ein ganz normaler Vorgang. " Allerdings sei für die Büros weiterhin nur eine Büronutzung vorgesehen. (wd)
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