Landwirte: Ran an Verbrauche
Werbung für die Landwirtschaft

Abschlussfeier in der Staatlichen Höheren Landbauschule in Almesbach. Mit dabei: Absolventen, Lehrkräfte und Ehrengäste. Bild: Bühner

Landwirte fühlen sich oftmals an den Pranger gestellt. Es ist von Giftspritzern und Massentierhaltern die Rede. Dagegen gibt es Konzepte.

(sbü) "Wie gewinnt man die Öffentlichkeit für sich?" So lautete die Ausgangsfrage der Festansprache von Klaus Dorsch, Redaktionsleiter des landwirtschaftlichen Magazins "top agrar". Dorsch referierte bei der gemeinsamen Abschlussfeier der Staatlichen Höheren Landbauschule und des Fortbildungslehrgangs zum "Geprüften Natur- und Landschaftspfleger". Veranstaltungsort war das Fortbildungszentrum für Landwirtschaft und Hauswirtschaft in Almesbach.

Was Dorsch den Absolventen und den Ehrengästen aus Politik und Landwirtschaft empfahl, brachte er auf den Nenner "Wehren Sie sich, indem Sie die öffentliche Meinung positiv beeinflussen". Wichtig sei dabei, mit Selbstbewusstsein aktiv auf die Verbraucher zugehen und sich nicht in eine Opferrolle drängen zu lassen. "Stehen Sie dazu, was Sie tun, denn die Landwirtschaft ist wertvoll", lautete der Ratschlag. Den Kritikern sollte man deshalb "auf Augenhöhe" begegnen und die Schuld nicht auf andere schieben. Dabei könne man sehr wohl auch Verständnis für die Meinung anderer aufbringen, etwa in dem man zurückfragt.

Auch eine Zusammenfassung der Meinung anderer zähle zu den möglichen Gesprächsregeln im Sinne des "Spiegelns von Gedanken". Ebenfalls könnte emotional wie zum Beispiel "meine Kühe" oder "mir geht das Herz auf" argumentiert werden. Konkrete Tipps waren ferner, einen Tag der offenen Tür abzuhalten und die Viehhaltung zu erklären. "Vor Ort geht das viel besser." Landwirte sollten auf jeden Fall "klare und ehrliche Botschaften senden und die reale Situation darstellen". Das Wohlwollen in der Bevölkerung könne man durch Netzwerke oder auch durch einen Maschinenverleih gewinnen.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit


An die Adresse der Schulleitung und der Lehrer des Fortbildungszentrums Almesbach richtete Dorsch die Forderung: "Das Thema Öffentlichkeitsarbeit muss besser in den Lehrplänen verankert werden." Schulleiter Helmut Konrad griff in seiner Abschlussrede diesen Gedanken auf, als er sagte: "Wir entlassen heute 14 engagierte Junglandwirte in einer Zeit, in der die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelerzeugung erklärt werden müssen, weil der direkte Kontakt zum Verbraucher nicht mehr gegeben ist."

Konrad bedankte sich bei Dorsch auch dafür, dass dieser "den Studierenden erklärt hat, wie Öffentlichkeit funktioniert", und sie auch bei der Gestaltung des Bienen-Lehrpfads unterstützt habe.

Im Anschluss an die Festansprache wurden 14 neu ausgebildete Agrarbetriebswirte sowie 16 Teilnehmer des 17-wöchigen Lehrgangs "Geprüfter Natur- und Landschaftspfleger" verabschiedet. An die Adresse beider Gruppen richtete Konrad die Feststellung: "Landwirte und Natur- und Landschaftspfleger brauchen Ökonomie und Ökologie, damit Zukunft gelingen kann." Jeder Absolvent wurde bei der Abschiedsfeier persönlich vorgestellt. Während die Agrarbetriebswirte aus vorherigen landwirtschaftlichen Ausbildungsgängen kamen, konnten die Festbesucher bei den Natur- und Landschaftspflegern eine bunte Palette von Herkunftsberufen bewundern. Da war zum Beispiel eine Schäferin, eine Winzerin oder eine Pferdewirtschaftsmeisterin dabei. Ein Forstwirt, ein Landschaftsgärtner sogar ein Bürokaufmann und ein Soziologe wurden ebenfalls Natur- und Landschaftspfleger.

Die besten Absolventen


Die Agrarbetriebswirte kommen vorwiegend aus Bayern, darunter viele aus fränkischen Bezirken. Natur- und Landschaftspfleger sind aus zahlreichen anderen Bundesländern zur Fortbildung nach Almesbach gefahren. Grußworte für die Ehrengäste sprachen der stellvertretende Landrat des Landkreises Neustadt/WN, Albert Nickl, der Präsident der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Jakob Opperer, sowie Josef Wutz, stellvertretender BBV-Bezirkspräsident.

Jahrgangsbeste wurden bei den Agrarbetriebswirten Andreas Härtl aus Kleinbüchelberg/Mitterteich und Christian Hugel aus Hegnabrunn/Neuenmarkt (beide Note 1,13) Manuel Faßold aus Burgkunstadt und Christian Rothballer aus Matzlesberg/Pirk (beide 1,66). Beste Absolventen unter den Natur- und Landschaftspflegern waren Martin Gahbauer aus Neuschönau (1,31), Georg Ruck aus Berlin (1,37) und Johannes Matt aus Bayrisch-Eisenstein (1,5).

Stehen Sie dazu, was Sie tun, denn die Landwirtschaft ist wertvoll.Klaus Dorsch, Redaktionsleiter des landwirtschaftlichen Magazins "top agrar", bei der Abschlussfeier in Almesbach
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.