MdB Rupprecht zu Gast in Arbeitsagentur
Beim Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit müssen Politiker verstärkt mithelfen

Zufrieden mit der Gesamtentwicklung, aber es gibt Handlungsbedarf im Stadtgebiet Weiden: Das stellten MdB Albert Rupprecht (links) und Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger übereinstimmend fest. Bild: Bühner

Auf den ersten Blick scheint auf dem Arbeitsmarkt in der nördlichen Oberpfalz fast alles in Ordnung zu sein. Wäre da nur nicht die hohe Hartz-IV-Arbeitslosigkeit im Stadtgebiet. Darüber wurde nun beim Besuch des Abgeordneten Albert Rupprecht in der Arbeitsagentur Klartext gesprochen.

Albert Rupprecht will es wie immer bei seinen Besuchen in der Arbeitsagentur wissen: Der CSU-Bundestagsabgeordnete fragt gezielt nach Handlungsbedarf für die Politik. Zunächste konnte ihm Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger zur Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt in der nördlichen Oberpfalz beeindruckende Zahlen präsentieren: "Die Umstrukturierung der nördlichen Oberpfalz ist weitgehend abgeschlossen."

Jährlich gebe es mehr als 1000 zusätzliche Arbeitsplätze, die zu einem großen Teil aus der sogenannten stillen Reserve und durch Grenzpendler aus Tschechien besetzt werden. Die Arbeitslosenquote erreiche immer neue Tiefststände, stellte Würdinger fest. Selbst die Stadt Weiden habe sich bei der Arbeitslosigkeit insgesamt gesehen etwas mehr vielen anderen Städten in Bayern genähert.

Auf positive Wirkungen der von der Politik initiierten Behördenverlagerungen ("Zoll alleine plus 430 Arbeitsplätze") und der aufrechterhaltenen GA-Wirtschaftsförderung wies Rupprecht hin. "Allerdings drücken in Weiden Förderprogramme die Zahlen", stellte Würdinger fest, um dann auf den wunden Punkt zu kommen: "Leider ist das Hartz-IV-Problem im Stadtgebiet Weiden nach wie vor ungelöst." Der Politik müsse gesagt werden, "ohne Dauersubvention der Langzeitarbeitslosen in Beschäftigungsverhältnissen gibt es keine Eingliederung". Fast die Hälfte sei schon vier Jahre und mehr arbeitslos. Alle Eingliederungshilfen seien ohne andauernden Erfolg zum Einsatz gekommen.

Hilfe vor allem für Kinder


Würdinger und Rupprecht waren sich einig, dass vor allem im Kinder- und Jugendbereich angesetzt werden muss. Denn gut 20 Prozent aller unter 15-Jährigen gehören zu einer Hartz-IV-Familie. Eine Verbesserung der Lage sei auch nicht eine Aufgabe einer einzigen Behörde, sondern verlange das Netzwerk aller Beteiligten.

"Ich gratuliere zu der eingerichteten Jugendberufsagentur", sagte Rupprecht und kündigte Verbesserungen an, damit der Datenschutz die Zusammenarbeit der im Einzelfall beteiligten Stellen nicht weiter wesentlich behindert. Weitgehend einig waren sich Gastgeber und Besucher auch beim Thema Flüchtlinge. Dass hier die "pragmatische Zusammenarbeit aller Beteiligten gut funktioniert", stellten beide heraus. Auch dass das Thema "Residenzpflicht der Flüchtlinge" angegangen werden muss. "damit die laufende berufliche Integration nicht abgebrochen wird". Ghettobildung in den Großstädten müsse verhindert werden. Aber die Integration der Flüchtlinge in den ländlichen Räumen setze ihre Integration in den Arbeitsmarkt voraus.
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