MdL Tobias Reiß besucht Arbeitsagentur
So viele Jobs wie noch nie

Ausgestattet mit viel Arbeits- und Infomaterial für die politische Arbeit verabschiedete Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger (rechts) seinen Besucher, MdL Tobias Reiß. Bild: sbü

Seit Jahren gehen die Arbeitslosenzahlen in der nördlichen Oberpfalz zurück. Und dieser Trend scheint anzuhalten. Zugleich ist der strukturelle Wandel hin zu einem weitgehend gesunden und zukunftsfähigen Arbeitsmarkt jetzt abgeschlossen, sagt Arbeitsagentur-Chef Thomas Würdinger. Die Folge aber sei entscheidend, betont er beim Besuch des Landtagsabgeordneten Tobias Reiß aus dem Wahlkreis Tirschenreuth: Dieser gesunde Mix in der Wirtschaftsstruktur wirke stabilisierend und schütze gegen konjunkturelle Ausschläge.

Viele Berufsrückkehrer


Der beste Indikator für die positive Entwicklung sei das Beschäftigungswachstum. Erstmals habe im Bezirk der Agentur Weiden die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten die Grenze von 80 000 überschritten. Noch vor zehn Jahren wurde dies für unmöglich gehalten. Damals zählte man 63 000 Beschäftigte. Würdinger nannte mehrere Ursachen, die zu diesem Wachstum geführt haben. So seien Arbeitslose wieder eingegliedert worden. Wichtiger aber sei, dass es verstärkt gelungen ist, Beschäftigungsreserven zu erschließen wie Berufsrückkehrerinnen. Eine besondere Rolle spielten auch die wachsenden Zahlen von Einpendlern aus dem tschechischen Grenzraum. Sie nähere sich im Gesamtbezirk derzeit der Zahl 3000.

Kennzeichnend für den positiven Arbeitsmarkt ist für Würdinger ferner die wachsende Bereitschaft der Arbeitgeber, auch Arbeitslose mit Vermittlungshemmnissen einzustellen. Oftmals durchlaufen solche Arbeitnehmer vorher eine Qualifizierungsmaßnahme der Agentur: "Alleine bei den Jugendlichen helfen wir derzeit rund 1500 mit Maßnahmen der verschiedensten Art." Erklärbar sei die wachsende Kompromissbereitschaft bei der Stellenbesetzung vor allem vor dem Hintergrund des seit Jahren ansteigenden Fachkräftebedarfs. Ende Mai waren 1725 freie Arbeitsplätze gemeldet - neuer Höchststand. Vor zehn Jahren waren es noch über 1000 weniger. Auch der Ausbildungsstellenmarkt sei durch Bewerbermangel gekennzeichnet. "Es ist noch nicht lange her, da zählten wir mehr als 2500 Bewerber für einen Ausbildungsplatz", berichtet Würdinger. Heute werden es bis zum September allenfalls 1500.

Die Rolle von Flüchtlingen


Die Themen Bekämpfung des Fachkräftemangels und die Bemühung um "passgenaue Vermittlung" trotz Bewerbermangels sind für Reiß von ganz besonderer Bedeutung, betont der Abgeordnete. Allerdings können Flüchtlinge vorerst nur in sehr geringem Umfang den Kräftebedarf ausgleichen, sind sich Reiß und Würdinger einig. Bei den meisten werde erst eine mehrere Jahre andauernde Qualifizierung erforderlich sein, damit sie die Anforderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt erfüllen können.
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