Nachfrage übersteigt alle Erwartungen
Vom E-House zum E-Tower

Vor großen Plänen: In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten OTH-Präsidentin Prof. Dr. Andrea Klug und ihr Team, Ideengeber und Sparkassenvorstand Ludwig Zitzmann (vorne rechts), Investor Walter Scharnagl (links), Architekt Stefan Kunnert (hinten, Vierter von links) sowie die Vertreter der Politik das E-House vor. Bild: Götz

Investor Walter Scharnagl würde gerne, wenn er denn dürfte - und zwar nochmal ein oder gar zwei Stockwerke draufsatteln auf das E-House. Die Nachfrage von Unternehmen, die sich dort einmieten wollen, ist riesig. Und der Platz reicht bei weitem nicht, obwohl zu den zunächst geplanten vier Etagen bereits zwei weitere gekommen sind.

Acht Geschosse gibt der Bebauungsplan für den Bildungscampus zwar nicht her. Aber die Erwartungen von Hochschule, Politik und Wirtschaft an das E-House sind himmelhoch. OTH-Präsidentin Prof. Dr. Andrea Klug bewertete bei der großen Pressekonferenz die Initiative E-House als ein Paradebeispiel für das, was im Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und Hochschule möglich ist. Die Anregung der Sparkasse Oberpfalz Nord sei wegweisend, denn hier würden die zukunftsträchtigen Themen Digitalisierung, Industrie 4.0 und E-Commerce gespielt. "Digitalisierung steht für einen Mega-Trend", ergänzte Dr. Wolfgang Weber von der OTH. Im E-House werde sich eine "wunderbare Mischung" bilden, die ein Milieu für Start-Ups schaffe.

Schlüssel Kreativität


Ebenfalls bedeutend sei die Vernetzung der Entscheidungsträger sowie der Anbieter von digitalen Lösungen und den Kunden, so die OTH-Präsidentin. "Kreativität ist der Schlüssel." Innovative und kreative Köpfe würden im E-House zusammenkommen. Die Gründerkultur werde zum Erfolgsfaktor für Jahrzehnte.

Die OTH bringt sich auch als Mieter ein. Bei Dekan Prof. Dr. Wolfgang Renninger sei E-Commerce im Bereich Handels- und Dienstleistungsmanagement bereits seit 2008 angesiedelt. Die Digitalisierung gehöre zum Profil der OTH. Das Zentrum für Digitale Kompetenz der Hochschule gelte als innovativer Lernort. Mit seinen vielfältigen Möglichkeiten werde das E-House große Strahlkraft nach außen erreichen. "Die Digitalisierung wird unsere Region prägen."

Bereits am 28. Juni falle die Entscheidung über das Digitale Gründerzentrum Oberpfalz, das Landtagsabgeordneter Tobias Reiß angestoßen habe und ebenfalls im E-House angesiedelt werden soll, berichtete die OTH-Präsidentin. Es werde von einer breiten regionalen Allianz ("von Tirschenreuth bis Amberg und Regensburg") getragen. Die Gespräche für die Ansiedlung der neuen Arbeitsgruppe IT-Sicherheit (Forschung und Weiterbildung) des Frauenhofer Institutes, von Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht initiiert, liefen äußerst vielversprechend. "Fraunhofer wird sich einmieten." Es sei sogar eine Professur in der IT-Sicherheit zu erwarten, ergänzte Dr. Wolfgang Weber. Im Wintersemester könnten schon die ersten Schulungen stattfinden. Die OTH betreibe keine Forschung im Elfenbeinturm, sondern sehe stets den Wissenstransfer.

Eine neue Welt


Das Erdgeschoss wird die Sparkasse Oberpfalz Nord für eine besondere Filiale nutzen. Vorstandssprecher Ludwig Zitzmann, der als Initiator des E-Houses gilt, schilderte die Gründe, warum sich das Geldinstitut um das Thema Digitalisierung bemüht. "Wir merken, unsere Kunden und ihr Verhalten verändern sich. Können wir ihnen folgen? Wir streben in eine neue Welt und machen hier einen ersten Schritt." Um den Weg zu finden, werde ein besonderes Refugium, der enge Kontakte zur Hochschule und deren Kompetenz benötigt. Die Sparkasse stelle ihre "Arbeitsbasis" und ihr Labor als Experimentierplattform zur Verfügung. Das erarbeitete Know-how diene der Wirtschaft. "Wir wollen nicht warten, bis die Digitalisierung mit voller Wucht über uns hereinbricht."

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, stellvertretender Landrat Albert Nickl und MdL Tobias Reiß sprachen von einer großen Herausforderung durch die Digitalisierung, für Logistik-Unternehmen und Handel. Die vielfältige Nutzung der Digitalisierung deutete Prof. Dr. Wolfgang Renninger an. Sein Fachbereich wird den neuen Lehrgang "Digital Business" anbieten. Architekt Stefan Kunnert betonte, das Gebäude werde mit seiner moderner Technik dem Anspruch an ein E-House gerecht.
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