Neue Wanne im Nachtmann-Werk Weiden bereitet Kopfzerbrechen
Große Anlaufprobleme

"Wir erreichen nicht die Menge und die Qualität, die wir brauchen." Zitat: Nachtmann-Geschäftsführer Alois Kaufmann

Verflixte Technik. Die neue Wanne im Nachtmann-Werk bereitet erhebliche Probleme. Davon profitieren die Kollegen in Frauenau.

Der Bleikristallriese hat in den vergangenen Monaten im Industriegebiet Am Forst mächtig aufgerüstet. Eigner Georg Riedel aus Kufstein hat 35 Millionen Euro lockergemacht. Das Ergebnis ist eine hochmoderne Glasfabrik.

Viel Know-how der Nachtmann-Leute ist in eine 28-Stations-Blasmaschine mit Presse und Ziehmaschine, Kühlbad und vollautomatischer Absprenganlage eingeflossen. Optische Kontrolle, automatisches Verpacken und Palettieren ermöglichen einen vollautomatischen Transport und die Weiterleitung in das neue, 34 Meter hohe Hochregallager. Niemand muss mehr das Glas in die Hand nehmen, bevor es in den Versand kommt.

"Hochregallager und automatisches Verpacken laufen zur vollsten Zufriedenheit", sagt Geschäftsführer Alois Kaufmann. Allerdings bereite die Blasmaschine Bauchschmerzen. "Die Anlaufprobleme sind größer, als wir gerechnet haben", gesteht der Manager. Der Produktionsbeginn sei von März auf April verschoben worden. Und auch jetzt "erreichen wir nicht die Menge und die Qualität, die wir brauchen". Die Tagesausbeute liege deutlich unter dem Soll. "Der sehr komplizierte Prozess bringt nicht die erhoffte Ausbeute." Daher wird Nachtmann heuer und 2017 weitere Millionen Euro in die Fertigung investieren.

Um nicht in Lieferprobleme zu geraten, will das Unternehmen die Schließung seiner Glashütte in Frauenau erneut verschieben. "Wir sind am Verhandeln", verrät Kaufmann. Momentan arbeiten in Frauenau von ursprünglich 200 Beschäftigten noch 86.

Im Bayerischen Wald aufkeimende Hoffnungen, Frauenau werde vielleicht doch nicht zugesperrt, dämpft der Nachtmann-Sprecher: "Im Juni 2018 ist endgültig Schluss." Nachtmann werde künftig nur noch in Weiden und Amberg produzieren. Mit knapp 400 Mitarbeitern sei Weiden das Hauptwerk.

Wir erreichen nicht die Menge und die Qualität, die wir brauchen.Nachtmann-Geschäftsführer Alois Kaufmann
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