"Nichts übers Knie brechen"

Ein Denkmal hätte sich Josef Bock (Mitte) verdient. Darin waren sich alle einig. Mit Geschenken dankten 1. Bevollmächtigter Horst Ott , Katrin Mayer (von links), Betriebsratsvorsitzender Helmut Meindl und Bezirksleiter Jürgen Wechsler (von rechts) ihrem ATU-Beauftragten. Bild: Wieder

Vor der Gründung des ATU-Betriebsrates gab's Niederlagen und Opfer. Die Initiatoren gaben nicht auf. Im Mai 2014 begannen die neuen Vorbereitungen. Seit November steht die Arbeitnehmervertretung in Weiden. Nicht nur die 15 Betriebsräte dankten Josef Bock, der sich als Gewerkschafter vor Ort ein Denkmal verdient habe.

Jürgen Wechsler, der Bezirksvorsitzende der IG Metall, kam extra aus München. Er hatte die ATUler immer wieder ermuntert, "trotz aller Eingriffe und Hindernisse" einen Betriebsrat zu gründen. Die IG Metall sorgte für die strukturelle Unterstützung und der "Entsendung" von Josef Bock. Mit der neuen ATU-Geschäftsführung war schließlich auch eine Betriebsratstätigkeit möglich. "Es gibt nichts Vergleichbares", betonte 1. Bevollmächtigter Horst Ott von der Verwaltungsstelle Amberg. Die Gründung des Betriebsrates von ATU in Weiden bleibe "auf ewig" mit den Namen Josef Bock verbunden. "Er ist ein Segen. Wir müssten ihm hier ein Denkmal setzen. "

Viele Betriebsräte, so Wechsler, könnten auf eine lange Tradition zurückblicken. Bei ATU in Weiden sei er "aus dem Stand heraus" errichtet worden. Die Mitglieder, die als Fachleute im Unternehmen verankert seien, arbeiteten sich in ihre Aufgaben ein. Dazu habe ihnen die Gewerkschaft Katrin Mayer an die Seite gestellt. In der Firma selbst seien sowohl Geschäftsleitung und Betriebsrat dabei, ihre Rolle zu finden. "Jeder muss auch die Interessen des anderen im Blick haben. Die Geschäftsleitung muss froh sein, einen solchen Betriebsrat an der Seite zu haben." Es gebe in ganz Bayern keine Verwaltungsstelle, die so wie Amberg seit 30 Jahren durch den Strukturwandel in der Wirtschaft "gebeutelt" werde.

Die Gewerkschaften, so betonten Wechsler und Ott, seien dankbar, dass die neue ATU-Geschäftsleitung neu denke. Das nun mögliche Zusammenspiel ist auch ein Garant, dass der ATU-Standort Weiden erhalten bleibe. Das Unternehmen brauche selbst Stabilität und hohe Investitionen. Die Gewerkschafter stellten tarifliche Vereinbarungen in Aussicht. Ott betonte jedoch auch, dass jedem bewusst sei, was Arbeitnehmer- und was Arbeitgeberinteressen seien. "Wir wissen das zu trennen, Aber dieser Betriebsrat will nichts übers Knie brechen."

Das Verhältnis zur Geschäftsführung sei gut, betonte Betriebsratsvorsitzender Helmut Meindl. "Die Problemchen müssen wir aushalten."
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