Oberpfalz noch "Erdäpfelpfalz"
Hintergrund

Martin Venzl ist Vorsitzender der Anbaugenossenschaft für Qualitätskartoffel Floß und Umgebung eG. und kennt das Kartoffel-Geschäft. "Der freie Markt ist für die Kartoffel ein Draufzahlgeschäft", sagt der Experte. Durch den Vertragsanbau mit Oberpfälzer Firmen wie der "Chips-Fabrik" konnte sich das Oberpfälzer Grundnahrungsmittel laut Venzl in der Region halten.

Obwohl die Knolle bei uns längst heimisch ist, stammt sie ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Im 16. Jahrhundert kam die Kartoffel nach Europa, landete aber nicht gleich auf dem Teller. Noch gut 100 Jahre wuchs sie hier als Zierpflanze in Gärten. Erst seit Beginn des 18. Jahrhunderts zählt die braune Knolle zu den Grundnahrungsmitteln. "Die Oberpfalz war ein armes Land. Die Bauern bauten Kartoffeln an, um sie ihren Schweinen und Rindern zu füttern und dadurch Fleisch zu erzeugen", erklärt Venzl. "Die Menschen lagerten früher sechs bis acht Zentner Speisekartoffeln über den Winter in ihren Kellern ein. Heute sind es vielleicht noch ein bis zwei."

Trotzdem würden nicht weniger Kartoffeln gegessen, nur in einer anderen Form. Der Verbraucher lege Wert auf regionale Kartoffeln. "Deshalb ist es wichtig, dass in der Oberpfalz Kartoffeln weiter angebaut werden, sonst müssten wir die Knollen ja aus Niedersachsen importieren", erklärt Venzl. Die Oberpfalz verdiene den Spitznamen "Erdäpfelpfalz" noch immer, weil die Knolle nach wie vor bedeutend für die Region sei.
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