Onlineshop für Secondhand-Mode in Weiden
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Florian Hagn und Lisa Samhammer gründeten im Februar 2016 das Weidener StartUp-Unternehmen "SecondLifeFashion". Jetzt ging der Online Shop für gebrauchte Damenkleidung an den Start. Bilder: szl
 
"Ihr habt Mut bewiesen. Das Konzept wird einschlagen", ist OB Kurt Seggewiß überzeugt.

Es begann als Hobby: Lisa Samhammer verkaufte ihre gebrauchte Kleidung online über verschiedene Plattformen wie "Kleiderkreisel" oder "Mädchenflohmarkt".

"Es hat mir so viel Spaß gemacht, meine Kleidung zu fotografieren und weiterzuverkaufen", freut sich die Mode-Liebhaberin. Sie räumte Stück um Stück aus, trug Päckchen um Päckchen zur Post, bis im eigenen Schrank nichts mehr übrig war. Dann räumte sie die Kleiderschränke von Freundinnen aus. "Ich investierte fast mehr Zeit in mein Modefaible, als in mein Studium", meint die 23-jährige Psychologie-Studentin.

Idee zum Businessplan


Immer mehr reifte die Idee, einen eigenen Online-Shop für gebrauchte Damen-Mode anzubieten. Die Weidenerin und ihr Freund Florian Hagn unterbreiteten Norbert Samhammer, Samhammer AG, ihre Geschäftsidee. Zunächst riet er den jungen Leuten ab. Doch die "Nerverei" zog sich bis Weihnachten. "Wir schrieben im Winterurlaub Business-Pläne an der Bar", erzählt der erfahrene Firmenchef. Im Februar 2016 wagen Lisa Samhammer und ihr Partner Florian Hagn den Schritt in die Selbstständigkeit. "Es ist interessant und spannend", kommentieren beide Firmengründer.

Die monatelange Vorbereitungszeit zahlt sich aus; der Online-Shop ihrer Firma "SecondLifeFashion" ist gestartet. Arbeitsplatz der beiden wurde ein leerstehendes Samhammer-Bürogebäude. Es dient als Büro, Lager und Ausstellungsraum. "Der Ankauf war nie ein Problem", erklärt Lisa Samhammer über die ankommende Ware, "das zeigt, dass wir eine Marktlücke entdeckt haben." Schon über 4000 Kleidungsstücke sind im Sortiment verzeichnet. Bei der Entwicklung und Ausarbeitung des Online-Shops half Anja Reber, Marketing Samhammer AG, gemeinsam mit ihrem Team.

Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß gratuliert den Studenten, eine Idee bis zur beruflichen Selbstständigkeit zu verfolgen. "Ihr habt Mut bewiesen. Das Konzept wird einschlagen", ist Seggewiß überzeugt. Der Markt für diese Geschäftsidee ist da, weiß der Politiker, sie passe zudem zum Nordoberpfälzer Firmenportfolio. "Es steckt eine Philosophie dahinter", spielt er auf die Intention der Firmengründer, getragene Kleidung sinnvoll und nachhaltig weiter zu geben, an.

Arrangierte Outfits


Das Herzstück der Geschäftsmodells, an dem die Gründerin der Firma gleichzeitig am meisten Gefallen findet, ist das Zusammenstellen der Outfits. Dieser Service soll "SecondLifeFashion" von anderen Unternehmen abheben. Liebevoll kombiniert sie Röcke, Blusen, Jacken und Hosen. Anschließend fotografiert und beschreibt sie die Ware.

Die Zuständigkeiten sind klar definiert. Florian Hagn übernimmt die wirtschaftlichen Prozesse und geschäftlichen Abwicklungen bei "SecondLifeFashion". Er studiert internationales Management an der OTH in Weiden. Seine Partnerin Lisa Samhammer wickelt alles rund um Mode ab. Sie nimmt die eingesandte Kleidung in Empfang und wertet aus. Danach erstellt Samhammer ein Angebot für die Kundin. Sie kann entscheiden, ob das Geld sofort auf das Konto überwiesen, oder die Ware zurückgesandt werden soll. Die Idee, den Geldbetrag an eine wohltätige Organisation zu spenden, kam von einer Kundin. Prompt wurde die Geschäftsordnung angepasst.

Im Onlineshop finden Kundinnen die Secondhand-Kleidung später in verschiedenen Kategorien: Als Outfit für verschiedene Anlässen vorbereitet oder Einzelstücke, die nach Größe sortiert sind. Oberteile, Jacken und Mäntel, Röcke, Hosen, Schuhe und Accessoires sind verfügbar.

Secondhand entstauben


Ziel dieser Plattform und des Gründerpaares ist es, das Image von Secondhand-Kleidung aufzupolieren. Ein Blog soll Kundinnen zeigen, wie gut sich Secondhand-Mode und guter Geschmack verbinden lassen. Die Ware auf den Kleiderständern deckt eine breite Palette an Marken ab. Darunter findet sich Massenware genauso wie Unikate und Raritäten. "Die Qualität der einzelnen Kleidungstücke ist uns sehr wichtig", betont Samhammer.

Die 23-Jährige kann sich gut vorstellen, bald auch Kinderkleidung mit in den Shop aufzunehmen. Auch Männerkleidung ist eine Option. "Dazu sind allerdings erst Marktrecherchen nötig, ob Männer ein solches Angebot überhaupt nutzen würden", erklärt Hagn. Zunächst wollen die Zwei sehen, wie sich alles entwickelt und das Studium abschließen.

"SecondLifeFashion"Geschäftsmodell:
  • Ankauf von Damenkleidung über Privatpersonen.
  • Prüfung der Ware und Erstellung eines Angebots für die Kundin, Aufbereitung der Kleidungsstücke.
  • Die Kleidung wird zu Outfits kombiniert, fotografiert und beschrieben. Der Online-Shop sowie Informationen zum StartUp-Unternehmen stehen unter www.secondlifefashion.de
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