Ostbayernring
Waldbesitzer fürchen sich vor Stromtrassen

Hans Gollwitzer, Hans Kabus und Reinhold Drechsler (von links) fürchten dass sie der Ostbayernring einen Gutteil ihrer Wälder kosten könnte. Ihnen wäre es am liebsten, die neue Trasse führte so, wie sie jetzt verläuft, an den Mallersrichter Höhen vorbei. Bild: Götz

Nicht nur das Wort, auch der Inhalt gefällt drei Waldbesitzern aus Mallersricht nicht. Es geht um das "Netzausbaubeschleunigungsgesetz". Es besagt, dass Privatleute bei Raumordnungsverfahren zu Stromtrassen nicht klagen können, sondern nur Verbände.

Hans Kabus, Hans Gollwitzer und Reinhold Drechsler aus Mallersricht würden sich aber gern massiver gegen den Ersatzneubau des Ostbayernrings wehren. Die drei sind Waldbesitzer und müssten nach den Tennet-Planungen für die neue Stromtrasse etwa 65 Meter Waldrand abgeben. "Ich habe 3,5 Hektar Wald, wenn ich 2,5 Hektar abgeben muss, bleibt mir nicht mehr viel. Und erst vor kurzem habe ich mir eine Hackschnitzelheizung gerichtet", stöhnt Drechsler.

Bestehende Leitung nutzen


Daher fordern sie den Netzbetreiber auf: Nutzt die bestehende Trasse. "Wir wissen, dass wir den Ersatzneubau nicht verhindern können, aber es muss schonender gehen", sagt Kabus. Er und seine Nachbarn befürchten, dass ihnen nicht nur Tennet den Wald für eine neue Trasse wegrodet, sondern Amprion auf die bestehende Verbindung seine Nord-Süd-Gleichstromleitung drauflegt. Dann würde es Mallersricht doppelt erwischen, befürchten die drei Waldbauern.

Sie sorgen sich um ihr Mikroklima "in einem Weidener Naherholungsgebiet". Wo heute Waldrand Schutz biete, würde die Sonne auf den Boden brennen. Pflanzen könnten dies nicht mehr so aufnehmen, so dass Stickoxide als Klimakiller entstünden. Zudem würden Stürme den übrigen Bäumen zusetzen, und in der Folge Borkenkäfer anlocken. Von Tennet fühlen sich die Mallersrichter schlecht informiert. "Die konnten uns ja noch nicht mal sagen, wo sie in Etzenricht ins Umspannwerk reingehen wollen." Daher wäre es den Waldbesitzern am liebsten, der Netzbetreiber würde wie zwischen Wiesendorf und der B 470 auf der alten Trasse weiterbauen.

Eine Forderung, die manche in Zusammenhang mit dem Ostbayernring immer wieder erheben, lehnen die Landwirte ab: Keinesfalls möchten sie eine Erdverkabelung. "Ökologisch riskant und viel zu teuer."

Hingehen und anschauen


Ihre Bedenken wollen sie über den Bauernverband und die Forstbetriebsgemeinschaft formulieren. Zudem hätten sie gerne, dass sich ihre Nachbarn die Pläne im Rathaus mal näher anschauen. Damit meinen sie neben Mallersrichtern vor allem Neunkirchner und Halmesrichter.
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