Peter Gallersdörfer entwickelt den Keilkraftmotor
Revolution der Motorentechnik

Peter Gallersdörfer mit dem Funktionsmodell seines Keilkraftmotors. Bild: wd

Steht der Keilkraftmotor vom Konstrukteur Peter Gallersdörfer auf einer Stufe mit den Aggregaten von Rudolf Diesel und Nicolaus Otto? Die ersten laufenden Motoren müssen erst noch beweisen, dass sie bis zu 50 Prozent Kraftstoff einsparen. Denn bisher gibt es lediglich Berechnungen, Zeichnungen und - seit vergangener Woche - ein Funktionsmodell des "Keilkraftmotors".

Mit einem kleinen Vierzylinder gibt sich der gelernte Maschinenbauer nicht zufrieden. Es muss schon ein respektabler Zwölfzylinder sein. Allerdings soll sein Motor keine schicken Luxuslimousinen in Fahrt bringen, sondern die Energie aus Biogas-Anlagen möglichst effizient in Strom umwandeln. Weitere Einsatzgebiet seien auch Schiffe, Baumaschinen und Großlaster.

Warum ein neuer Motor? Weil er wesentlich wirtschaftlicher arbeitet als die bisher verbreiteten Maschinen. "Die Kurvenscheibe ist der Trick", meint der Maschinenbauer, dem in der Branche durchaus geniale Züge attestiert werden. Im Vergleich zum herkömmlichen Motor gebe es keine Kurbelwelle. Die Kraft des Explosion werde stets senkrecht auf einen Keil, also immer optimal, auf die Mechanik im Motor übertragen. Dabei wirkt zwar eine relativ kleine Keilkraft, aber ein enormer Hebelweg für das Drehmoment: Beim 12-Zylinder sind bis zu 8 Zylinder gleichzeitig im Arbeitstakt, beim normalen Motor im Vergleich nur 3. In "normalen" Aggregaten beschreibe die Kraftübertragung eine Sinuskurve. Schon allein durch diese verbesserte Kinematik in der Kurvenscheibe erhöhe sich die Effizienz des Motors rechnerisch um bis zu 20 Prozent, versichern Gallersdörfer und seine Partner.

Zur weiteren Effizienzsteigerung sei der Hub im Zylinder im Vergleich zu den verbreiteten Motoren doppelt so lang, um so die Kraft der Explosion im Brennraum auch länger wirken zu lassen. Der erhöhte Hub bewirke, dass im Vergleich zum Standard-Kurbelwellenmotor auch deutlich mehr vom Restdruck im Verbrennungsraum genutzt werde. Die Energieumwandlung in zusätzliche Bewegungsenergie ermögliche eine Kraftstoffersparnis von bis zu 25 Prozent. Dies hat bereits der Gegenkolbenmotor bestätigt.

Um die Energiebilanz weiter zu steigern, werde die Abwärme des Motors durch einen rückseitig integrierten Dampfgenerator genutzt, was weitere 18 Prozent Mehrleistung bringe. "Der Keilkraftmotor vereinigt alle Vorteile in einem Aggregat", fasst Gallersdörfer zusammen.

Zum Patent angemeldet

Sein Motor sei ein "Langsamläufer" mit etwa 750 Umdrehungen pro Minute. Ideal für Biogas-Anlagen. Der Keilkraftmotor ist beim Deutschen Patent- und Markenamt in München angemeldet. Ein Video ist auf youtube "pegatec keilkraftmotor" eingestellt.

Mit der entsprechenden finanziellen Ausstattung könne der Motor, an dem er seit gut sechs Jahren arbeite, innerhalb weniger Jahre zur Serienreife gebracht werden. Wer finanziert die Entwicklungskosten? Hier hofft der Weidener nicht nur auf Fördergelder des Freistaates, sondern auch auf die Unterstützung von Biogas-Unternehmen, die darauf angewiesen seien, möglichst schnell effizientere Generatoren einsetzen zu können.

Der Keilkraftmotor brauche zur Erzeugung derselben Menge Energie nur die Hälfte des Biogases. Dies ermögliche es den Betrieben, verstärkt ins lukrativere Spitzenstromgeschäft einzusteigen und dadurch die Wirtschaftlichkeit der Anlage deutlich zu erhöhen. "Dieser Motor kann 8000 Bauern retten, die Biogasanlagen betreiben und wegen der stark steigenden Rohstoffpreise um ihre Höfe bangen." Durch die Mehrerlöse lasse sich die Investition in den Motor in sehr kurzer Zeit amortisieren. Gallersdörfer plant auch, seinen Motor zu verleasen.

Das Antriebsaggregat soll demnächst bei seinem Energieprojekt FCS der Stregatec AG erstmals eingesetzt werden. Informationen unter www.stregatec.com
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