Pilotprojekt bei ATU gegen Bewerbermangel
Fachlagerist wird Kfz-Mechatroniker

In dieser ATU-Schulungs-Werkstatt sollen die angehenden Kfz-Mechatroniker ihre Ausbildung erhalten. Werkstattmitarbeiter Martin Breu (links) zeigt die modernen Geräte. Auf Bewerber hoffen von der ATU-Akademie Jenny Fröbel (Zweite von links) als Ausbildungskoordinatorin und Hans Hammer als Akademieleiter (rechts daneben). Mit dabei auch Teamleiter Klaus Gredinger vom Arbeitgeberteam der Arbeitsagentur Weiden. Bild: Bühner

Um dem Bewerbermangel zu begegnen, bedarf es kreativer Ideen. Mit einem Pilotprojekt geht ATU jetzt in die Offensive. Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September werden fünf zusätzliche Ausbildungsplätze für Fachlageristen angeboten. Das Besondere daran: Nach Abschluss der zweijährigen Lehre können geeignete Bewerber eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker anschließen.

12 Ausbildungsmonate der Erstausbildung können angerechnet werden, so dass nach viereinhalb Jahren als Zweitausbildung die Prüfung zum Kfz-Mechatroniker abgelegt werden kann. "Wir wollen mit diesem Modellversuch solchen Bewerbern eine Chance geben, die direkt nach Abschluss ihrer Schulzeit Probleme in den theoretischen Fächern haben", sagt Hans Hammer, Leiter der ATU-Akademie in Weiden. Jenny Fröbel, Ausbildungskoordinatorin für das Gesamtunternehmen: "Viele junge Menschen machen im Laufe ihrer Erstausbildung eine sehr positive Entwicklung. Sie sollen dann eine weitere Chance für die qualifizierte Ausbildung zum Kfz-Elektroniker erhalten."

Gegen Bewerbermangel


ATU will mit diesem Modellprojekt nicht nur leistungsschwächeren Bewerbern eine Chance geben, sondern auch auf den demografisch bedingten Bewerbermangel reagieren. Das Berufsbild des Kfz-Mechanikers sei abgeschafft worden, so dass auf diesem Weg der Einstieg in den Berufsbereich Automobil nicht mehr möglich ist. Mit dem Modellprojekt wird der Bewerberkreis wieder erweitert. Angeboten wird diese Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker auch "branchenfremden Bewerbern", die nicht bei ATU eine Ausbildung als Fachlagerist absolviert haben. Über Zusatzqualifikationen an der ATU-Akademie werden diese an den Automobilbereich herangeführt.

Akademieleiter Hammer und Ausbildungskoordinatorin Fröbel halten das Modellprojekt auch für junge Flüchtlinge für gut geeignet. Diese könnten im Zuge einer von der Arbeitsagentur geförderten Einstiegsqualifizierung ihre Berufsreife beweisen und dann den Weg über die Fachlageristen-Ausbildung hin zum Kfz-Mechatroniker einschlagen.

An zwei Standorten


Der Modellversuch erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem St. Michaelswerk in Grafenwöhr. Dort bekommen die Auszubildenden "die richtige schulische Heranführung" an den neuen Ausbildungsgang, bemerkt Fröbel. Auch "Ausbildungsbegleitende Hilfen (ABH)" der Arbeitsagentur Weiden können die Ausbildung unterstützen, wie Teamleiter Klaus Gredinger von der Arbeitsagentur feststellt. Den Modellversuch gibt es zunächst nur an den ATU-Standorten Weiden und Werl. Bewährt er sich, könnte er weiter ausgedehnt werden.
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