Post-Streik nimmt keine Ende - Die wichtigsten Fragen
Zeit der Schredder

Briefe und Pakete stapeln sich in den Briefzentren auch in der Region. Für die Massendrucksachen mietet die Post schon Hallen an und schreddert den Rest. Quellen demnächst die Briefkästen über? Die wichtigsten Fragen:

Was macht die Post mit den Tonnen von Briefen?

Derzeit gibt es in der nördlichen Oberpfalz etwa 250 Streikende, also 40 Prozent der Beschäftigten. Um überhaupt die Masse an Briefen zu bewerkstelligen, hat die Post kurzfristig Studenten und Aushilfskräfte eingestellt. Diese sortieren und stempeln die Post im Briefzentrum und tragen sie teilweise auch aus. Damit die Briefkästen nicht überquellen, schicke die Deutsche Post schon mal Verwaltungskräfte, die sich freiwillig für den Job gemeldet haben, erzählt der Pressesprecher der Deutschen Post, Erwin Nier.

Für die Masse an Info- und Werbesendungen hat die Post sogar weitere Hallen angemietet. "Doch ich habe erfahren, dass die Post schon anfängt, diese Wurfsendungen zu vernichten", berichtet der Verdi-Gewerkschaftler und Postmitarbeiter Matthias Thun. Infopost, die etwa nicht mehr aktuell sei, werde tonnenweise geschreddert.

Wann kommen die Briefe?

Wann und ob man seine Post bekommt, vergleicht Thun mit einem "Lotteriespiel". Manche bekämen ihren Brief am nächsten Tag, andere warten schon seit drei Wochen. Post-Pressesprecher Nier spricht von 80 Prozent an Sendungen, die in Deutschland durchschnittlich zugestellt werden. Davon ausgenommen sei aber die Infopost, die die große Masse der Wurfsendungen ausmache. Selbst nach Streik-Ende könne die Auslieferung noch Tage bis Wochen dauern, anders sei das logistisch nicht möglich, so Thun.

Was ist mit den Paketen?

Um die DHL-Pakete kümmern sich die einzelnen Frachtzentren. Anders als das Frachtzentrum Bayreuth wird das Frachtzentrum in Regensburg noch nicht bestreikt. Letzteres ist für alle Pakete im Postleitzahlenbereich 92... zuständig. Die Zustellzentren sind besonders im ländlichen Raum trotzdem überfordert und müssen zusätzlich Lagerflächen anmieten. Besonders Pakete mit verderblicher Ware oder etwa Blutproben sind da gefährdet.

In der Oberpfalz ist Erwin Nier jedoch noch kein Lagerproblem bekannt. Letzten Sonntag hätten in einer bundesweiten Aktion Freiwillige viele verzögerte Briefe und Pakete zugestellt. Nier vergleicht das Lagerproblem mit der Weihnachtszeit, auch da würden sich Briefe und Pakete bis unter die Decke stapeln.

Was ist mit sehr wichtigenBriefen?

Auch bei wichtigen Briefen kann sich der Kunde nicht auf eine fristgerechte Zustellung verlassen. Streikmaßnahmen werden juristisch als "höhere Gewalt" behandelt. Das Unternehmen könne man also nicht belangen, erklärt Gewerkschaftler Thun. Ob ein Nachhaken beim Briefzentrum helfe, könne er nicht beurteilen. Nier von der Deutschen Post bittet von solchen Privatanfragen abzusehen, die Postzusteller versuchten schon ihr "Menschenmöglichstes", um ihre Aufgabe zu bewältigen.
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