Pro Weiden studiert Einkaufsverhalten von Westböhmen
Der tschechische Kunde

Das Einkaufsverhalten tschechischer Bürger stand im Mittelpunkt einer Info_Fahrt von pro Weiden nach Pilsen. Dabei erfuhren die Teilnehmer interessante Zahlen. Bild: hfz

Die tschechische Bevölkerung bildet eine wichtige Zielgruppe für Händler und Gastronomen der Region. Um sich besser auf deren Bedürfnisse einstellen zu können, organisierte Pro Weiden mit der IHK eine Fahrt nach Pilsen. Dabei gab es spannende Zahlen wie diese: 91 Prozent der Westböhmen fahren am liebsten nach Weiden.

Zur Delegation gehörten Vertreter der Wirtschaftsförderung, des Tourismus, Mitarbeiter des Projektmanagements Europaregion Donau-Moldau des Weidener Einzelhandels sowie weitere Interessierte. Vor Ort fand ein reger Austausch mit den verschiedensten Referenten der Westböhmischen Universität, der IHK Pilsen und Oberpfalz/ Kelheim und einer Abordnung der Stadt Pilsen statt.

Nach der Begrüßung durch Jiri Preis von der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der westböhmischen Universität Pilsen erfuhr die Weidener Delegation, dass die westböhmische Universität in den letzten Jahren mehr als 100 Millionen Euro in die Ausstattung investiert hat.

Karla Stankova, Leiterin des Regionalbüros Pilsen der IHK Regensburg und AHK Pilsen, informierte über die Herausforderungen des gemeinsamen Wirtschaftsraums Ostbayern/ Westböhmen. Zukünftig wolle man hier weiteres Innovationspotenzial ausschöpfen, Fachkräfte gewinnen und weiterqualifizieren sowie die Infrastruktur weiterentwickeln. Eine große Herausforderung, die es zu bewältigen gilt, ist die Sprachbarriere. Pro Weiden bietet alljährlich einen speziellen Tschechischkurs für den Handel an.

13,2 Millionen nach Weiden


Matthias Segerer von der IHK Regensburg referierte über das Thema Tschechische Kunden und die Chancen für Handel und Tourismus. Aus einer IHK Studie geht hervor, dass 46 Prozent der Westböhmen in die Oberpfalz zum Einkaufen oder zur Nutzung von Freizeitangeboten kommen. Insgesamt gibt diese Zielgruppe 95 Millionen Euro in dieser Region aus, wovon 13,2 Millionen Euro in Weiden umgesetzt werden. 91 Prozent der Befragten geben an, am liebsten nach Weiden zu fahren. Beweggründe sind hierfür Angebotsqualität, Sonderangebote und günstigere Preise bei Markenartikeln sowie die kurze Entfernung.

Die Teilnehmer der Pilsenfahrt erfuhren ferner, dass der tschechische Kunde sehr verwöhnt sei und große Verkaufsflächen schätze. Kurze Anfahrtswege werden bevorzugt. Besonderer Wert wird auf Qualität und Zeitersparnis gelegt. Der Käufer sucht gezielt nach günstigen Angeboten mittels Prospekten. Interneteinkauf spielt bisher eher eine untergeordnete Rolle.

In Bayern, fügte Dita Hammerova, die den Lehrstuhl für Marketing an der westböhmischen Universität inne hat, hinzu, lege der tschechische Kunde ebenso besonderen Wert auf Qualität und lasst sich durch Angebote und Prospekte beeinflussen. Besonders gerne kauft er in Geschäften, deren Mitarbeiter tschechische Sprachkenntnisse aufweisen. Pro Besuch setzt der Kunde 85 Euro um.

Besuch im Plaza


Die Abteilung für Entwicklung und Konzeption der Stadt Pilsen sprach über die Entwicklung der innerstädtischen Einkaufsmöglichkeiten sowie den Einkaufsgewohnheiten speziell der Pilsner Einwohner. Hier erfuhren die Teilnehmer der Fahrt, dass große Hypermarkte die Kunden in die Außenstadt locken und die Innenstadt daher immer weniger frequentiert wird. Dies bewies auch ein Besuch im 19 000 Quadratmeter großen Einkaufszentrum Plaza.
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