Projekt für fünf Millionen Euro: Amberger sanieren Villa und errichten 22-Parteien-Wohnanlage
Neues Leben in Lang-Villa

Noch ist es ein Entwurf, bald Realität: Bis Ende kommenden Jahres soll dieses vierstöckige Wohngebäude hinter der Lang-Villa stehen. Die Villa selbst wird umfassend saniert. Bild: Kreativ Wohnbau

"Wir sanieren gerne", sagt Erwin Götz. Das kann man durchaus auch als Werbespruch ansehen. Schließlich ist er Geschäftsführer einer Fachfirma, der Kreativ Wohnbau GmbH. In diesem Fall ist das Credo aber noch ein bisschen mehr: Für das Amberger Unternehmen war es der Schlüssel zur Lang-Villa samt 3000-Quadratmeter-Grundstück in der Bahnhofstraße. Und der Ausgangspunkt für eine 5-Millionen-Euro-Investition.

Die Amberger kauften das Areal vor etwas mehr als einem Jahr von Hans-Peter Lang, Sohn des früheren Staatsministers Gustl Lang. Zuvor hatten auch andere Investoren Interesse gezeigt, allerdings nur am rückwärtigen Grundstück und nicht an der 1866 errichteten Villa, die unter Denkmalschutz steht. Götz dagegen nahm das gesamte Paket, inklusive des Hauses, das die Familie Lang Hans-Peter Langs Urgroßvater Heinrich Günther 1910 erworben hatte (es ist daher auch als Günther- oder Haberstumpf-Villa bekannt). Damit packt die Kreativ Wohnbau, die zurzeit auch ein großes Wohnhaus in der Eichendorffstraße errichtet, ein Doppel-Projekt an: Sanierung der Villa und Neubau im rückwärtigen Areal.


Letzteres ist bereits unübersehbar. Einst befanden sich dort ein Bürotrakt und bis 2014 die Niederlassung des Verbands Wohneigentum (Siedlerbund). Beides ist bereits abgerissen. An ihrer Stelle soll, mit etwas mehr Abstand zu den Nachbargrundstücken, bis Ende kommenden Jahres eine L-förmige Wohnanlage entstehen. Name des Projekts, zu dem auch eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen gehört: "Villengarten". Weil alles inmitten einer Grünanlage geplant ist. Das viergeschossige Gebäude wird 22 Wohneinheiten beherbergen. Zwei bis vier Zimmer, zwischen 50 und 160 Quadratmeter groß, alle mit mindestens einem Balkon oder (Dach-)Terrasse. Preise: 150 000 bis 400 000 Euro. Theoretisch zumindest.

Denn die vier Penthousewohnungen sind bereits weg. So wie überhaupt "75 Prozent schon verkauft beziehungsweise reserviert sind", wie Götz sagt. Anfragen seien bereits gleich nach dem NT-Bericht über den Verkauf des Areals eingegangen, "aufgrund der Stadtnähe".

Ein anderes Argument könnte vielleicht noch dazukommen, wenn es um die Villa geht: der bekannte Name. Jedenfalls gibt es laut Götz auch dafür bereits Interessenten, die das komplette Bauwerk oder die Hälfte als Wohnung mieten würden. Die Pläne hier sehen allerdings etwas anders aus. Geschäftsführer Götz und seine Prokuristin Andrea Halk-Weiß wollen das Gebäude im Privatbesitz behalten. Nach der Sanierung ab Frühjahr - "das wird ein Schmuckstück", so Götz - sei eigentlich eine gewerbliche Vermietung für Büros, Praxen oder Kanzleien geplant. Falls das nicht klappen sollte, wären aber Wohnungen durchaus auch möglich.

So oder so: Den Segen der Stadt hat das Projekt bereits. Der Ferienausschuss winkte die Baugenehmigung ohne Diskussion durch. Und Baudezernent Hansjörg Bohm schickte bei dieser Gelegenheit gleich auch noch ein paar Vorschusslorbeeren hinterher: Es gebe ja nicht nur für das Areal selbst nun "eine Perspektive", erklärte er. Auch mit Blick aufs große Ganze sei das Projekt ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. "In die Bahnhofstraße kommt langsam Bewegung."
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