Projekt in der Weidener Volkshochschule: Schule in Ghana
Sonne als Chance für Afrika

Pater Josef Renner (links) bekam Hilfe von Stephan Korb, Jakob Faßnacht, Sven Wilhelm (hinten von rechts). Die ghanaischen Schülerinnen freuen sich, dass es Strom gibt und bei ihnen das Licht brennt. Bild: ftp

Wünsche werden Wirklichkeit. An einer Schule in Ghana gingen die Lichter an. Die Initiatoren berichten über das Projekt in der Volkshochschule.

(ftp) Die Initiatoren sind einmal Stephan Korb und Sven Wilhelm von "ip3/Ingenieure mit Partner" in Weiden sowie Studenten "Für Technik ohne Grenzen" (TeoG) der Technischen Hochschule Amberg. "Wir unterstützen immer wieder, gerade im Elektrobereich, Projekte der Technik ohne Grenzen", informierte Korb vom Büro "ip3" in der Aula der Volkshochschule vor einer Reihe von Zuhörern.

Vor eineinhalb Jahren kam von den Studenten die Anfrage für das Projekt in Ghana. Projektleiter Jakob Faßnacht von den TeoG-Studenten ging auf "Sinn und Unsinn" in 50 Jahren Entwicklungshilfe ein. Dabei sprach Faßnacht vor allem die Fehler an. Die praktizierte Entwicklungshilfe schaffe zum Großteil Abhängigkeit. Sie sei oftmals nur eine Unterstützung der Eliten und bringt durch die ungleiche Förderung Unfrieden hervor. Zudem zerstöre Entwicklungshilfe oft Eigenentwicklung. Sie hemme die Initiative, Kreativität und den Unternehmungsgeist der einfachen Leute.

Für Faßnacht ist richtige Entwicklungshilfe die Weitergabe von Wissen. Entwicklungshilfe dürfe auch nicht in die Kultur eingreifen. Nichts zu tun habe Entwicklungshilfe mit Katastrophenhilfe. Sie müsse Nachhaltigkeit schaffen und dies sei mit dem Projekt in Ghana gelungen.

Stephan Korb und Sven Wilhelm stellten das Projekt vor. Pater Josef Renner ist der Mann vor Ort, der im afrikanischen Ghana schon mehrere Schulen und Kindergärten aufgebaut hat. Der Strom für den Betrieb war das Problem. Ein marodes Netz, keine Versorgungssicherheit, Stromausfälle bis zu einem Tag lang und zudem für das dortige Niveau ein utopisch hoher Strompreis von 15 Cent für das Kilowatt: Das waren für den Geistlichen die Auslöser, sich an "Technik ohne Grenzen" zu wenden.

"Mit den Studenten der OTH Amberg haben wir beschlossen, Pater Renner zu helfen", so Korb und Wilhelm. Objekt war eine Schule im Norden von Ghana, in der 200 Kinder bis zum Abitur unterrichtet werden. Dieser Schulabschluss wird in vielen Ländern anerkannt. Korb und Wilhelm sind ohne Honorar in das Projekt eingestiegen und übernahmen Planung, Realisierung sowie Installation und auch Schulung vor Ort. Mit Spendengeldern wurden die Komponenten der Photovoltaikanlage auf dem Schuldach sowie Flugkosten getragen. Pater Renner brachte in diese Summe den Großteil seiner Altersrente ein.

Es war "schon ein Akt" vor Ort, berichten die beiden Ingenieure. Die Dachsparren mussten verstärkt werden. "Dazu brachte man uns uns echtes Mahagoniholz", sagte Wilhelm. Die Ingenieure hatten im Werkzeug einen Schraubenschlüssel vergessen. "Das wurde zum Problem, weil man Ersatz nicht vor Ort bekommt", erzählte Korb. Aber die Ghanaer hätten fleißig mitgearbeitet und so hatte man nach 14 Tagen die Photovoltaikanlage auf dem Schulhausdach.

Noch viele Ideen

Die Stromversorgung ist für Pater Renner die Basis, die Schule auszubauen, so dass künftig 700 Schüler dort Ausbildung und Unterkunft bekommen können. Zudem soll es eine Abendschule für ein umfangreiches Erwachsenenbildungsangebot werden. Pater Renner hat da noch viele Ideen im Kopf. Mit dabei am Vorstellungsabend in der VHS war die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz als Vorstandsmitglied von Unicef-Deutschland. Sie erzählte, dass ihre Organisation in die Länder geht und versuche, die Menschen vor Ort zu befähigen. Zudem bietet Unicef Schutz, vermittelt Bildung und Gesundheit.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.