Raiffeisenbank Weiden:
Mit enormem Zuwachs in Fusion

Selbstbewusst in die Zukunft: Aufsichtsratsvorsitzender Winfried Hecht, Vorstandssprecher Hermann Otto, Aufsichtsräte Hans Schätzler und Manfred Lehner, Vorstand Bernhard Wolf und Oberrevisor Andreas Neumann (von links). Bild: cf

Zur geplanten Fusion gab es keine einzige Wortmeldung. Auch sonst scheinen die Genossen zufrieden zu sein. Aus gutem Grund: Bei ihrer vorläufig - vorletzten - Vertreterversammlung punktet die Raiffeisenbank mit hervorragenden Zahlen, an deren Spitze ein operativer Gewinn von über 10 Millionen Euro im Jahr 2015 steht.

Ein Wasserschaden im Gustav-von-Schlör-Saal zwang die fast 150 Gäste am Montagabend zum Umzug in das Foyer der Stadthalle. Der ungewöhnliche Ort passte zum außergewöhnlichen Ereignis. Erstmals liegen konkrete Zahlen für die Verschmelzung mit der Volksbank Nordoberpfalz und der Raiffeisenbank im Stiftland vor. Direktor Bernhard Wolf bezifferte die einmaligen Fusionskosten auf 2,5 Millionen Euro und dann die folgende jährliche Einsparung auf 3 Millionen Euro.

Im Beisein der (potenziellen) Partner-Vorstände berichtete Vorstandssprecher Hermann Ott von einer auf knapp 808 Millionen gestiegenen Bilanzsumme (5,1 Prozent); das Kreditvolumen wuchs um 2,4 Prozent auf fast 494 Millionen Euro und die Einlagen erhöhten sich um sensationell anmutende 11,1 Prozent auf über 661 Millionen Euro. Die Zuwächse liegen deutlich über dem Landesdurchschnitt der Genossenschaftsbanken. Mit 1048 neuen Kunden (davon 435 Firmenkunden) gewann die Raiffeisenbank Weiden erneut Marktanteile hinzu. "Keine Bank ist näher", verwies Ott auf das "dichteste Zweigstellennetz in der Region" und die "mitgliederstärkste Kreditgenossenschaft in der nördlichen Oberpfalz".

Die Raiffeisenbank geht kerngesund in die Verschmelzungs-Verhandlungen. So beträgt das haftende Eigenkapital 15,82 Prozent der Bilanzsumme (gesetzliche Norm 8 Prozent). Das Betriebsergebnis wäre noch höher ausgefallen, würden die Niedrigstzinsen nicht durchschlagen: Der Zinsüberschuss (Spanne zwischen Ausleihungen und Einlagen) sank um 777 000 Euro auf 13,6 Millionen Euro; die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen reduzierten sich um 906 000 Euro auf 2,8 Millionen Euro. Trotzdem belief sich das "Ergebnis aus normaler Geschäftstätigkeit" noch auf 10 Millionen Euro.

Stattliche Dividende


Die 20 086 Mitglieder der Raiffeisenbank Weiden erhalten für ihre 174 207 Geschäftsguthaben eine Dividende von 3 Prozent: Eine stattliche Verzinsung, denn die Rendite einer 10-jährigen Bundesanleihe betrug am Montag gerade mal 0,16 Prozent. Weil mit dem "bisherigen Sparverhalten keine Erträge mehr zu erzielen sind", schnellte das Wertpapier- und Fondsgeschäft um rund 114 Prozent empor. "Kundenschutz ist wichtiger als einseitige Marken-Bindung", versicherte Ott. Eine anständige und qualifizierte Beratung sei gelebter Verbraucherschutz. Bei den Immobilien war 2015 "die Nachfrage deutlich größer als das Angebot". Die Raiffeisenbank verspricht mit ihren Objekten eine Mietrendite von über 4 bzw. über 3 Prozent.

Aufsichtsratsvorsitzender Winfried Hecht wertete die Fusion als vorausschauend und partnerschaftlich: "Sie kommt zum richtigen Zeitpunkt."
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