Raiffeisenbank Weiden verbessert die Infrastruktur für die Fahrer von Elektro-Autos
Stau an der Strom-Tankstelle

Der Tesla von Albert Kindl ist das erste Fahrzeug an der E-Tankstelle der Raiffeisenbank Weiden, über deren Freischaltung sich (von links) Bürgermeister Jens Meyer, Raiba-Vorstand Bernhard Wolf, Vorstandsvorsitzender Hermann Ott, Elektro-Ingenieur Stephan Korb, Alexander Graser, Matthias Rösch (ETZ Nordoberpfalz), Reinhold Gailer (Verkehrsbehörde Weiden) sowie weitere Festgäste freuen. Bild: Götz

Sie sind aufgefahren, blockieren kurz die Straße: Tesla Modell S, BMW i3, Renault Zoe und Opel Ampera zeigen, wie vielfältig inzwischen die Flotte an Elektro-Autos ist. Und zugleich wächst das Angebot an Elektro-Tankstellen. Auch durch ungewöhnliche Investoren: Die Raiffeisenbank Weiden stellt zum Beispiel ihre nagelneue Strom-"Zapfsäule" den Fahrern von E-Autos kostenlos zur Verfügung.

Dass die Stadt Weiden diese zeitgemäße Form des Autofahrens unterstützt, beweist bei der Freischaltung nicht nur die Anwesenheit von Bürgermeister Jens Meyer und von Reinhold Gailer, dem Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung: Die Stadt überlässt den bisher öffentlichen Parkplatz an der Einfahrt der Raiba-Tiefgarage Am Werkbach den Strom zapfenden Autofahrern unentgeltlich.

Sein Geldinstitut engagiere sich traditionell im Bereich der erneuerbaren Energien, erläutert Hermann Ott, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank. Sie habe gut 1000 Photovoltaik-Anlagen finanziert, im Bereich Biogas und Windkraft sowie Batterie-Speichertechnik informiert. "Überall hatten wir zunächst das Henne-Ei-Prinzip. Hier wollen wir im Bereich der Elektro-Mobilität ein Mosaiksteinchen legen und einen Beitrag für die nötige Infrastruktur leisten."

E-Tankstelle im Internet


Hilfe zur Selbsthilfe, das sei, so Ott, sogar die Grundlage des genossenschaftlichen Handelns. Um die Aufgaben der Zeit zu meistern, müsse jeder die Verantwortung in die eigene Hand nehmen, erinnerte er an den Sozialreformer Wilhelm Friedrich Raiffeisen. Um schnell von Fahrern von Elektro-Autos gefunden zu werden, sei der Standort der RB-Stromtankstelle auch in den verschiedenen Internet-Plattformen (Smart-Tanken, Lade-Atlas-Bayern) vertreten.

Begeistert über seine beiden privaten Elektro-Autos äußert sich Leonhard Dietrich von der Volkshochschule. Weder mit seinem über 20 Jahre alten und selbst umgerüsteten VW Buggy noch mit dem Renault Zoe seiner Frau gebe es im alltäglichen Einsatz Probleme. Er nannte die Voraussetzung für den allgemeinen Erfolg der Elektro-Mobilität: "Wir alle müssen die Schere im Kopf überwinden: Wir werden mit dem E-Auto nicht nach Rom in Urlaub fahren können." Zugleich mahnte er weitere Förderprogramme an: "Wir müssen endlich all unser Hirnschmalz nutzen, um den tagsüber überflüssigen Ökostrom in die Elektro-Mobilität umzulenken."

Als faszinierendes Thema bezeichnete Bürgermeister Jens Meyer die Entwicklung bei den Elektrofahrzeugen. "Sie erfahren immer mehr die Wertschätzung, die sie verdienen." Die Stadt gebe nicht nur ein Gutachten für ein Konzept für die intensivere Nutzung von Elektrofahrzeugen in Auftrag, sondern schaffe selbst entsprechende Fahrzeuge an. Jüngstes Beispiel sei ein Müllsammler.

PioniereAls Pioniere einer neuen Epoche würdigt Stephan Korb die Fahrer von Elektro-Fahrzeugen. Der Elektro-Ingenieur erhofft sich vom neuen Förderprogramm "einiges". Der erwünschte Anstieg beim Verkauf von Elektro-Autos sei machbar. Er sagte ähnliche Steigerungsraten wie einst bei der Photovoltaik voraus.

Erst in den letzten vier Jahren sei die Leistungsfähigkeit der E-Autos deutlich gestiegen. Neue Batterien würden die Reichweiten künftig spürbar erhöhen.

In Weiden seien derzeit 25 000 Fahrzeuge zugelassen, die täglich rund 40 Kilometer bewegt werden. Nur ein Bruchteil davon, nämlich gerade 25 seien E- oder Hybridfahrzeuge. Deren Anzahl müsse bis zum Jahr 2020 auf 500 und bis zum Jahr 2050 sogar auf 2500 steigen. Wenn sie mit erneuerbarer Energie aus der Region "betankt" werden, bleibe auch eine Wertschöpfung von 2,5 Millionen Euro für die eingesparten Spritkosten in der Region. (wd)
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