Regierungspräsident besucht Agentur für Arbeit
Oberpfalz als Einheit sehen

Viel Lob von Regierungspräsident Axel Bartelt (rechts) erhielt Thomas Würdinger, Chef der Arbeitsagentur Weiden. Bild: Bühner

Die Regierung der Oberpfalz und die Arbeitsagenturen haben gemeinsame Ziele. Die Arbeitsplatz- und Wirtschaftsstruktur steht dabei im Mittelpunkt. Im Bezirk Weiden erkennt der Regierungspräsident eine gute Entwicklung. Aber - in der Stadt selbst - auch ein altes Problem.

Um sich ausführlich über wichtige Themen des Arbeits- und des Ausbildungsstellenmarktes in der nördlichen Oberpfalz zu informieren besuchte Regierungspräsident Axel Bartelt jetzt die Arbeitsagentur Weiden. "Das Thema Arbeitsplätze gehört neben der Bildung zu den zentralsten Themen in unserer Gesellschaft", sagte Bartelt gleich zu Beginn seines Gesprächs mit Thomas Würdinger, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung.

Als außerordentlich positiv bezeichnete es Bartelt, dass "im Bezirk der Arbeitsagentur Weiden innerhalb von fünf Jahren die Zahl der Arbeitsplätze um 8000 auf über 80 000 angestiegen ist". Der Umstrukturierungsprozess in der nördlichen Oberpfalz sei gut gelungen. "Wir haben Global Player und einen gut funktionierenden Mittelstand", stellte Bartelt fest. Auch die Wirtschaftsförderung, ausgereicht durch die Regierung der Oberpfalz, habe dazu einen Beitrag geleistet. So seien zwischen 2005 und 2014 mit 186 Millionen Zuwendungen mehr als 3000 zusätzliche Arbeitsplätze in der nördlichen Oberpfalz geschaffen worden. "Wichtig ist aus Sicht der Arbeitsverwaltung, dass die Qualitätsstruktur der neu geschaffenen Arbeitsplätze möglichst hoch ist", sagte dazu Agenturchef Würdinger.

Faurecia: Schlechter Stil


Bedauert wurde die Schließung des Werkes von Faurecia in Trabitz. "Nach 20 oder 30 Beschäftigungsjahren sollten die Arbeitnehmer die Werksschließung nicht aus der Zeitung erfahren", kritisierte der Regierungspräsident. Gemeinsamen Handlungsbedarf sehen Bartelt und Würdinger in der nach wie vor hohen Zahl der Langzeitarbeitslosen im Stadtgebiet Weiden. "Es ist mir ein Herzensanliegen, dass vor allem für die nachwachsende Generation neue Perspektiven eröffnet werden", stellte der Regierungspräsident fest.

Würdinger verwies auf den dafür erforderlichen präventiven und ganzheitlichen Ansatz, bezogen auf die gesamte Lebenssituation der Betroffenen. ESF-Programme und die Fördermittel des Programms "Soziale Teilhabe" seien erste passende Hilfen, die aber noch deutlich ausgebaut werden müssten. Weitgehend einig waren sich die Gesprächspartner auch beim Thema Flüchtlinge und deren rasche Eingliederung in Arbeitsmarkt und Gesellschaft. Bartelt: "Mein Dank gilt auch der Stadt Weiden, die Mehrzweckhalle hat uns viel geholfen." Zukünftig müsse der "Spagat zwischen genügend vorhandenen Plätzen einerseits und Vermeidung unnötiger Bereitstellungskosten gelöst werden". Auch Fehlbelegungen von Notaufnahmeeinrichtungen durch anerkannte Asylbewerber müssten verhindert werden.

Bartelt rechnet für die Oberpfalz mit hohen Anerkennungsquoten bei Asylanträgen, weil nach dem Verteilungssystem hier vorrangig Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und aus Eritrea untergebracht seien.

Ein weiteres Gesprächsthema war "die Oberpfalz als einheitlicher Raum und nicht als Summe von Teilgebieten". "Warum sollten wir denn nicht jährlich einen Oberpfalztag an wechselnden Orten mit dem Ministerpräsidenten durchführen?", fragte Bartelt. So plädiert er für die Eigenständigkeit der Oberpfalz, auch in Verbindung mit Westböhmen, und nicht "für einen Annex zu einer Metropolregion".

Sichtlich beeindruckt zeigte sich Bartelt vom Berufsinformationszentrum. "Jeder Schüler kann an seinem Talentprofil tüfteln", erkannte er und lobte das Engagement der Mitarbeiter im gesamten Haus. Der Bevölkerung müsse verstärkt bewusster gemacht werden, "das ist längst keine verstaubte Behörde mehr".
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