Regionalbibliothek in Weiden: Jahresbeiträge steigen aber keine Gebühren für Ausleihen
"Regi"-Gebühren steigen

Symbolbild: Hartl

Die umstrittene Abgabe für Ausleihen in der Regionalbibliothek ist endgültig vom Tisch. Mehr zahlen müssen die Nutzer künftig trotzdem.

Kaum ein Sparvorhaben in Weiden war bisher so kritisiert worden: Seit Montag ist nun klar, wie der Stadtrat einen Teil des Defizits der Regionalbibliothek von rund 850 000 Euro verringern will. Einstimmig beschließt das Gremium eine neue Gebührensatzung, die ab 1. Januar gelten wird. Damit steigt der jährliche Beitrag für die Nutzer zwar noch mehr als zunächst geplant. Dafür soll es aber keine Gebühr für Ausleihen bzw. Ausleihvorgänge geben. Jeder Nutzer wird künftig maximal zehn Medien mitnehmen dürfen. Eine Beschränkung der Öffnungszeiten kommt dagegen vorerst nicht.

Damit folgen die Stadträte einem Vorschlag von "Regi"-Chefin Sabine Guhl, die sich mit dem Ergebnis zufrieden zeigt. Dieser Vorschlag "kam spät, aber besser als nie", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter. Nach einer "turbulenten" und "für alle Beteiligten schwierigen Zeit" mit vielen Diskussionen sei das der richtige Weg. Es sei aber immer nur darum gegangen, das Defizit zu verringern, stellt er klar. Soll heißen: Ziel war nie, die Einrichtung zu schließen. Ähnlich äußert sich auch sein Pendant von der CSU, Wolfgang Pausch. Es müsse das Ziel sein, städtische Einrichtungen, unter denen die "Regi" "ein Highlight" sei, "in die Zukunft zu tragen". Die neue Regelung sei da "ein Schritt in die richtige Richtung". Von "einem Kompromiss" nach langen Verhandlungen spricht Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Dieser Kompromiss sieht vor, dass die Jahresgebühr für die Basis-Card bei Erwachsenen auf 30 Euro steigt (bisher 15 Euro). Die Kosten für die Plus-Card verdoppeln sich ebenfalls: von 20 auf 40 Euro. Für die Premium-Card, die an die Stelle des bisherigen Pro-Libris-Modells tritt, werden statt 32,50 dann 50 Euro fällig. Etwas moderater fallen die Anhebungen für Jugendliche und Familien aus. Außerdem sollen künftig Gebühren für Führungen durch die Regionalbibliothek sowie bei der Nutzung der Räume für viele Veranstaltungen fällig werden.

Unterm Strich bleibt ein "erheblicher Anstieg", räumt Dezernent Reiner Reiner Leibl ein. Wenn die Nutzung der "Regi" aber so bleibe wie bisher, könnten sich daraus Mehreinnahmen von bis zu 60 000 Euro ergeben. Hinzu sollen weitere 40 000 Euro durch das Streichen einer Stelle kommen. Ergibt: 100 000 Euro an Einsparungen. Das ist allerdings nur die halbe Miete: Ziel des Stadtrats ist, bis 2016/2017 weitere 100 000 Euro einzusparen. Vorschläge dazu soll nun die Verwaltung erarbeiten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.