Riesige Nachfrage nach Häusern und Wohnungen
Immobilien-Geschäft brummt

Mit der Entwicklung des Immobilienmarktes zufrieden zeigten sich (von link) Erwin Bumberger, Mitglied des Vorstandes LBS Bayern; Ludwig Zitzmann, Vorstandschef der Sparkasse Oberpfalz Nord, Vorstand Hans-Jörg Schön sowie Rudolf Pitzl, Regionaldirektor LBS Bayern. Bild: Götz

Der Nachholbedarf ist riesig. Es fehlen Häuser und Wohnungen. Zumal im vergangenen Jahr die Baubranche schwächelte: Nur 49 Wohnungen entstanden 2015 in Weiden neu, im Landkreis Tirschenreuth 79. Ganz andere Zahlen lieferte das Jahr 2014 mit 325 Wohnungen in Weiden und 94 im Stiftland.

Wohnimmobilien sind in der Region weiterhin sehr gefragt. Bei der Finanzierung spielen langfristige Zinssicherung und staatliche Förderung eine immer größere Rolle. Das betonten Vertreter der Sparkasse Oberpfalz Nord und der LBS Bayern beim Jahrespressegespräch in Weiden. "Vielerorts ist Wohnraum - insbesondere der bezahlbare - knapp geworden. Ein wesentlicher Grund für dieses Ungleichgewicht ist die seit langem nicht ausreichende Neubautätigkeit", erklärte Erwin Bumberger, Vorstandsmitglied der LBS Bayern. Demnach wurden 2015 bayernweit rund 46 500 Wohnungen fertig gestellt. Das entspreche einer Steigerung von 70 Prozent seit 2009. Aber: "Bayern braucht 70 000 neue Wohnungen pro Jahr."

Keine Ladenhüter


Auch für die Region Weiden gilt: "Leider gibt der Markt nicht überall die Zahl und Art von Objekten her, die gesucht werden. Insgesamt sehen wir uns mit der Neubautätigkeit in der Region auf gutem Weg. Allerdings heißt das noch nicht, dass das Wohnraumangebot in Quantität und Qualität bereits überall der Nachfrage gerecht wird", unterstrich Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberpfalz Nord. Bei der Sparkasse sind derzeit 900 Interessenten mit einem konkreten Immobiliengesuch registriert. "Passt die Qualität der Immobilie, findet sich relativ schnell ein Käufer, auch in den ländlichen Gebieten in den Landkreisen. Ich kenne keinen Ladenhüter", so Zitzmann. Die Immobilie sei die stärkste Säule im langfristigen Vermögensaufbau.

Der Wohnflächenbedarf werde zunehmen. Die Bevölkerungszahl in Bayern steige bis 2030 auf 13,3 Millionen Menschen im Jahr 2030 - über eine halbe Million mehr als heute. Noch stärker wachse die Zahl der Haushalte. Zudem nutzten die Menschen mehr Wohnfläche. Vor 20 Jahren begnügte sich ein Bürger durchschnittlich mit 38 Quadratmetern. Heute bewohnt er 48 Quadratmeter. Tendenz: weiter steigend. Zugleich sank die Anzahl der Personen in einem Haushalt von 2,3 auf 2. "Der Wohnflächenbedarf werd bis 2030 im Landkreis Tirschenreuth um 2,3 Prozent und in Weiden sogar um 7,5 Prozent klettern", so Zitzmann.

Moderater Preisanstieg


Die Experten von LBS und Sparkasse rechnen erneut mit Preissteigerungen, aber in geringerem Umfang als in den Vorjahren. Der Wohnungsmarkt sei "keinesfalls überhitzt", stellte Zitzmann fest. "Wir sehen inzwischen ein gut nachwachsendes Angebot in der Region", stellte Hans-Jörg Schön fest, der auch auf die Auszeichnungen der Sparkassen- und LBS-Immobilien-Spezialisten ("Bellevue" und "Focus Money") verwies.

Schutz vor steigenden Zinsen besonders wichtig"Preissteigerungen der vergangenen Jahre werden durch die historisch günstigen Finanzierungszinsen abgemildert oder sogar aufgewogen", betonte LBS-Vorstandsmitglied Erwin Bumberger. "Wenn die Zinsen in zehn Jahren aber wesentlich höher liegen als heute, drohen erhebliche Mehrbelastungen für die Finanzierung." Deshalb setzten immer mehr Menschen auf langfristige Zinssicherung.

"Der Bausparvertrag ist das originäre Produkt, um sich bis zur letzten Rate vor steigenden Zinsen zu schützen", erklärte er. Die Bayerische Landesbausparkasse habe 2015 eine Bausparsumme von 8,8 Milliarden Euro im Neugeschäft erzielt - ein neuer Rekord in der über 85-jährigen LBS-Geschichte.

Dem stehen die Verbundpartner in der Nordoberpfalz nicht nach: Sie haben im vergangenen Jahr Wohnbaukredite in Höhe von 75,5 Millionen Euro ausgezahlt. "Damit wurde das hohe Vorjahresniveau noch einmal um 30 Prozent übertroffen", unterstrich Hans-Jörg Schön, Vorstandsmitglied der Sparkasse Oberpfalz Nord. Von der Sparkasse und dem LBS-Außendienst in der Region wurden 2500 LBS-Bausparverträge mit einer Summe von 66 Millionen Euro im Landkreis Tirschenreuth und über 30 Millionen in der Stadt Weiden vermittelt.

Insgesamt gibt es in der Region 1500 LBS-Wohnriesterverträge. Gerade im Zinstief komme der staatlichen Förderung besondere Bedeutung zu, sagte Bumberger. "Wohnriester trägt wesentlich dazu bei, dass sich mehr Menschen den Wunsch nach einem Eigenheim erfüllen können. Das eigene Zuhause ermöglicht es, für das Alter vorzusorgen, ohne Renditen am Kapitalmarkt erzielen zu müssen. Denn die Rendite des Eigenheims ist die ersparte Miete." (wd)
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