Ruf nach Sanierung und Modernisierung wird lauter
Viele Baustellen in Berufsschule

Die Wunschliste der Schulleitung ist lang: Oberstudiendirektor Josef Weilhammer (Fünfter von links) und sein Team schilderte der CSU-Fraktion um Wolfgang Pausch (Achter von links), wo das Berufsschulgebäude dringend auf Vordermann gebracht werden müsste. Bild: Kunz

Der Sanierungsdruck nimmt zu. Nun reiht sich auch die Europa-Berufsschule in den Reigen der Renovierungsbedürftigen ein. Die Generalsanierung des Gebäudes liegt schon 30 Jahre zurück.

Aufgrund der angespannten Haushaltssituation der Stadt war es nicht möglich, das Schulgebäude und dessen Ausstattung in ausreichendem Umfang den rasanten unterrichtlichen, technischen und gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Mittlerweile hat sich die Situation in einigen Bereichen drastisch verschlechtert. Die CSU-Fraktion informierte sich über die Sorgen der Schulleitung. Wie zum Beispiel die Metallabteilung erklärte, forderten die neuen Unterrichtsformen eine räumliche Verbindung zwischen fachtheoretischem und fachpraktischem Unterricht. Derzeit befinde sich die Theorie im zweiten Stock, die Praxis im Erdgeschoss. Pro Jahr seien die Schüler 300 Stunden lang auf Wanderschaft, was den Unterrichtsablauf erheblich störe. Außerdem sei die Ausstattung oft älter als 20 Jahre.

Nur noch "Restschule"?


Ein Déjà-vu-Erlebnis für CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch. Er erinnerte sich bei einer Führung an Maschinen, die er während seiner Ausbildung selbst noch bedient habe. Für die Berufsschule bestehe die Gefahr, dass sie nur mehr als Restschule in der dualen Ausbildung wahrgenommen werde, erklärten die Lehrer. Dann wäre sie in naher Zukunft kein adäquater Partner mehr für die Betriebe. Die Folgen für die Region wären entsprechend. 90 Prozent der regionalen Firmen seien meistergeführt. Die Ausbildungszahlen gingen erfahrungsgemäß zurück, wenn keine lernortnahe Beschulung erfolgt, und die Betriebe könnten ihren Fachkräftenachwuchs nicht mehr sicherstellen, da sich die Schüler nach anderen Berufen umsehen würden.

Oberstudiendirektor Josef Weilhammer hatte der die Christsozialen in der Bücherei empfangen, dem letzten verbliebenen Rückzugsgebiet und Besprechungsraum des Lehrkörpers. Er legte eine Wunschliste für die kommenden Jahre vor. "Wir haben kein Lehrerzimmer. Wo soll unser Schulpsychologe die Schüler betreuen?" Fragen über Fragen.

Grillbude ohne Küche


Zu den offenen zählt auch die nach der Aktualisierung der technischen und maschinellen Ausstattung in den Werkräumen. Für zusätzliche Klassenzimmer würden 500 Quadratmeter benötigt. Umgesetzt werden müssten ein wirksamer Sonnenschutz und die Renovierung der Werkstatträume. Es fehle allein schon an einem elektronischen Schließsystem. Der Hausmeisterkiosk müsste erweitert werden. Derzeit stünden täglich bis zu 1200 Ganztagsschülern ein traditioneller Pausenverkauf und eine selbsterrichtete Grillbude ohne Küche zur Verfügung. Von "Schulverpflegung" könne hier nicht gesprochen werden.

Ideal wären auch eine Auslagerung der Hausmeisterwohnung und die Umnutzung der Flächen für eine Schulmensa sowie Unterrichts- Gruppen- oder Besprechungsräume. Längst fällig: eine behindertengerechte Sanierung der Sanitäranlagen sowie Schaffung eines barrierefreien Zugangs. Natürlich müsste auch der Schulparkplatz erweitert werden. Schließlich müsse die Stadt bedenken, dass die meist auswärtigen Schüler der Berufsschule wöchentlich 50 000 Euro in Weiden ließen. "Wir sind eine Wirtschaftskraft für die Region."
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