Sag' mir, wo die Gründer sind
Gewerbeanmeldungen stagnieren auch 2015

Ein Formblatt, wie es im Weidener Rathaus so schnell nicht ausgehen dürfte. Denn Gewerbe-Anmeldungen sind relativ rar. Bild: Bühner
 
Unser Existenzgründerseminar, das nur einmal im Jahr stattfindet, besuchten 18 Teilnehmer, darunter auch solche, die nicht aus der Oberpfalz kamen.

Bei guter Arbeitsmarktlage sind Unternehmensgründungen eher Mangelware. Arbeitnehmer werden in den Betrieben gebraucht. In Weiden stagniert die Zahl der Gewerbeanmeldungen seit Jahren. Auch 2015.

Laut Auskunft der Stadtverwaltung gab es in Weiden im vergangenen Jahr 367 Gewerbeanmeldungen. Der Vergleich zum Vorjahr - insgesamt 372 Fälle - zeigt kaum Veränderungen. Vor allem die Neugründungen (erstes bis drittes Quartal 2015: 219) bewegen sich auf niedrigem Niveau, denn häufig betreffen die Anzeigen lediglich Ummeldungen oder Übernahmen.

Weiden im Bayern-Trend


Die Entwicklung in Weiden entspricht dem Trend in ganz Bayern. Das Bayerische Landesamt für Statistik meldete kürzlich für die ersten drei Quartale einen Rückgang der Gewerbeanmeldungen gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent auf 95 043. Positiv in Weiden wie auch in Bayern: Gewerbe werden häufiger angemeldet als abgemeldet. 334 Gewerbeabmeldungen zählte man im Weidener Rathaus kurz vor dem Jahresende. Dies war immerhin deutlich mehr als im gesamten Vorjahr mit damals 309.

Dass die Gründerszene seit Jahren rückläufig ist, bestätigt Gerhard Ertl, der bei der IHK-Geschäftsstelle in Weiden für Existenzgründung und Unternehmensförderung zuständig ist. "Unser Existenzgründerseminar, das nur einmal im Jahr stattfindet, besuchten 18 Teilnehmer, darunter auch solche, die nicht aus der Oberpfalz kamen."

Das Bayerische Landesamt für Statistik gliedert in einer aktuellen Presseinformation die Neugründungen in "Betriebe mit voraussichtlich größerer wirtschaftlicher Bedeutung und andere". Größere wirtschaftliche Bedeutung liegt zum Beispiel dann vor, wenn mindestens ein Arbeitnehmer beschäftigt wird. Zählt man diese Fälle, wird die tatsächliche Gründerszene noch erheblich kleiner. Bayernweit lag diese in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres bei nur 22 Prozent aller Neugründungen, in Weiden immerhin bei 24 Prozent oder absolut 53 Fällen. Allerdings gibt es auch bei diesen Zahlen einen Abnahmetrend.

Dienstleistung dominiert


Dass es sich bei Gewerbeanmeldungen sehr häufig um Fälle handelt, in denen neben einer Arbeitnehmertätigkeit auch ein Gewerbe ausgeübt werden soll, bestätigt Gründerberater Ertl von der IHK. Wer sich dafür interessiert, in welchem Wirtschaftszweig das angezeigte Gewerbe betrieben wird, kann dies aus den Statistiken des Landesamtes ablesen. In Weiden dominierte im Jahre 2014 der Dienstleistungsbereich mit insgesamt 216 Fällen sehr eindeutig. Darin ist auch die Gruppe "Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz" mit 94 Fällen enthalten. Ebenso zählen freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen einschließlich "sonstiger Dienstleistung" mit insgesamt 72 Fällen dazu.

"Der Rückgang der Gründungen resultiert vor allem aus der stabilen Beschäftigungssituation mit einer hohen Fachkräftenachfrage und weniger Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium in ihrer Broschüre "Unternehmensgründungen und Gründergeist" die bundesweite Entwicklung.

Die Stadt Weiden bildet innerhalb der Oberpfalz keine Ausnahme. Mit 6 Neugründungen pro 1000 Einwohner lag Weiden im Jahr 2014 sogar noch geringfügig vor Amberg. Dass es allerdings auch Ausnahmen gibt, sogar in der Oberpfalz, beweist Neumarkt. Dort war die Zahl der Neugründungen 2014 mit 765 rund drei Mal so groß wie in Weiden und Amberg .
Unser Existenzgründerseminar, das nur einmal im Jahr stattfindet, besuchten 18 Teilnehmer, darunter auch solche, die nicht aus der Oberpfalz kamen.Gerhard Ertl von der IHK in Weiden
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otto meier aus Altenstadt an der Waldnaab | 30.12.2015 | 17:38  
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