Schutz vor Kostenexplosion

Notarin Dr. Claudia Greipl (Vierte von links) gab den Mitgliedern des Haus- und Grundbesitzervereins Weiden und Umgebung einige Tipps. Von links: Schatzmeister Michael Hösl, Architekt und Energieberater Alfred Würfel, Vorsitzender Willibald Härning und Schriftführer Heribert Schrott. Bild: uz

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Der Verkäufer einer gebrauchten Immobilie haftet grundsätzlich in voller Höhe für die Kosten der Sanierung und Mangelbeseitigung. Aber es gibt auch Ausnahmen. Diese erläuterte Notarin Dr. Claudia Greipl beim Haus- und Grundbesitzerverein.

Die Nachfolgerin von Notar Dr. Peter Baltzer, Notarin Dr. Claudia Greipl, stellte sich beim Haus- und Grundbesitzerverein Weiden und Umgebung (HGVW) vor. Die Juristin sprach dabei auch über aktuelle Entwicklungen im Immobilienbereich. Gleichzeitig präsentierte Vorsitzender Willibald Härning der Vorstandschaft den Architekten und Energieberater Alfred Würfel.

Greipl ist eine gebürtige Münchnerin und in Baiersbrunn aufgewachsen. Nach dem Abitur im Jahr 1999 begann sie ihre Ausbildung zur Diplom-Verwaltungswirtin (FH) an der Beamtenfachhochschule in Hof. Bis 2010 arbeitete sie als Teilzeitbeschäftigte bei der Stadt München im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst.

Nebenbei studierte sie von 2003 bis 2008 Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihr Rechtsreferendariat absolvierte sie ebenfalls in der Landeshauptstadt. 2011 folgte die Promotion. Bis 2013 war sie Notarassessorin, unter anderem im Bayerischen Staatsministerium der Justiz.

Unverhältnismäßigkeit

In ihrem Vortrag machte die Notarin auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs aufmerksam, wonach der Verkäufer einer gebrauchten Immobilie grundsätzlich in voller Höhe für die Kosten der Sanierung und Mangelbeseitigung hafte. Es sei denn, die Aufwendungen seien unverhältnismäßig. Dies könne der Fall sein, wenn die Kosten doppelt so hoch seien, wie die Wertminderung der Immobilie.

Des Weiteren erläuterte sie das Gesetz zur Stärkung des Verbraucherschutzes im notariellen Beurkundungsverfahren. Demnach werde jedem Käufer ausreichend Zeit eingeräumt, sich mit dem Gegenstand der Beurkundung auseinanderzusetzen. Diese Regelung solle dem Kauf von Schrottimmobilien vorbeugen.

Derzeit sei ein Gesetz zur Dämpfung des Mietanstiegs auf angespannten Wohnungsmärkten und zur Stärkung des Bestellerprinzips bei der Wohnungsvermittlung geplant. Künftig solle zahlen, wer den Makler bestellt.

HGVW-Vorsitzender Willibald Härning begrüßte auch den Architekten und Energieberater Alfred Würfel. Mit ihm sei eine weitere Lücke im Gesamtangebot des HGVW geschlossen, unterstrich Häring. Würfel ging insbesondere auf die Novelle zur Energiesparverordnung ein. Fazit: Niemand könne mehr beim Verkauf einer Immobilie auf einen Energieausweis verzichten. Der könne allerdings bis zu 1000 Euro kosten.

Für Laien seien die rechtlichen Vorschriften für Wärmedämmungsmaßnahmen längst nicht mehr verständlich. "Da braucht man einen Fachmann", machte Würfel deutlich. Der Staat unterstütze Wärmeschutzmaßnahmen mit billigen Krediten.
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