Stadt Weiden kontrolliert Schnellfahrer
Von 0 auf 487: Stadt blitzt Raser

Schilder, die offenbar des öfteren ignoriert werden: In der Pressather-, der Hoch- und der Christian-Seltmann-Straße (von links) erwischte die Stadt die meisten Temposünder. Bilder: Steinbacher (3)

Weidens Temposünder legen ein mächtiges Tempo vor. 487 - und damit mehr als erwartet - erwischte die Stadt im ersten Monat der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung. Vor allem in der Pressather Straße scheren sich viele nicht um "Tempo 30". Aber auch anderswo häufen sich Verstöße.

Seit 7. April müssen Schnellfahrer nicht nur die Radarfallen der Polizei fürchten. Auch die Stadt Weiden lässt kontrollieren. Mit etwas anderem Ansatz: Schwerpunkte sind die Straßen vor Altenheimen, Kindergärten, Schulen und Bushaltestellen. Oft handelt es sich um Tempo-30-Zonen. Wie auch im Bereich um Berufs- und Albert-Schweitzer-Schule in der Stockerhut. Dort erwischten die Überwacher den bisherigen Spitzenreiter unter den Temposündern - mit 63 Stundenkilometern (und damit 33 zu viel).

Den Startmonat hat die Stadt inzwischen ausgewertet: 7699 Fahrzeuge passierten die Messgeräte an elf Stellen. 487 waren zu flott dran. Und damit "mehr, als wir erwartet hatten", wie Leitender Rechtsdirektor Hermann Hubmann erklärt. Er geht jedoch davon aus, dass sich die Zahlen mit der Zeit nach unten bewegen werden - wenn der beabsichtigte erzieherische Effekt eintrete.

Bußgelder und Kosten gegengerechnet, soll im Jahr unterm Strich ein "kleiner fünfstelliger Betrag" übrigbleiben. Für 2015 sind 5000, für 2016 10 000 Euro eingeplant. Die Messungen nehmen Mitarbeiter der "gemeinnützigen Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit mbH" (gGKVS) im Auftrag der Stadt vor. Im Schnitt ein Mal pro Woche bauen sie ihre Geräte an verschiedenen Stellen in der Max-Reger-Stadt auf. Bis ertappte Temposünder die unliebsame Post erhalten, vergehen laut Hubmann etwa eineinhalb bis zwei Monate. Im Mai gab es bisher drei Messungen, die Bilanz ist noch nicht bekannt. Im Gegensatz zu der im April. Hier die Auffälligkeiten:

Christian-Seltmann-Straße (Bushaltestelle): Die breite, übersichtliche Einfallstraße verleitet zum Schnellfahren. 127 von 1400 kontrollierten Wagenlenkern ließen sich dazu hinreißen, auf über 50 km/h zu beschleunigen.

Pressather Straße: Offenbar die "Raserstrecke Nummer eins". Fast jeder Dritte war in der 30er-Zone zu schnell dran: 112 Verstöße stellten die Tempoüberwacher fest - bei nur 370 kontrollierten Fahrzeugen.

Hochstraße: Um bis zu 26 Stundenkilometer überschritten die Autofahrer die Tempo-30-Grenze. Für die Spitzenreiter setzt es 100 Euro Bußgeld und einen Punkt. 165 kontrollierte Fahrzeuge auf Höhe des Kindergartens, 55 Verstöße.

Leimbergerstraße: Im Bereich des Altenheims - Tempo 30 - passierten 350 Fahrzeuge die Radarschranke. 44 lösten den Blitz aus. Auch hier lag der unrühmliche Rekord bei 56 Sachen.

Regensburger Straße: Liegt's an der Nähe zur Polizeizentrale? Die Regensburger Straße im Bereich des Kindergartens bildet das Schlusslicht bei den Verstößen: 1000 kontrollierte Fahrzeuge, nur 6 zu schnell dran. Und die auch nur um bis zu 15 Kilometer pro Stunde.

Vohenstraußer Straße: 80 Euro Bußgeld und einen Punkt kostet es den Autofahrer, der 74 statt der erlaubten 50 km/h drauf hatte. Insgesamt 1914 Fahrzeuge kontrolliert, davon 16 moniert.

Friedrich-Ebert-Straße: 1450 kontrollierte Fahrzeuge stellen hier, beim Altenheim, einen Spitzenwert dar. Die 18 Verstöße dagegen nicht. Ebensowenig Überschreitungen um 15 (25 Euro Bußgeld) bis 18 Stundenkilometer (35 Euro).

Leibnizstraße: Wegen des erhöhten Fußgängeraufkommens, des Bus- und Parkverkehrs ist Schnellfahren beim Zentralen Omnibusbahnhof zwar schwierig - aber nicht unmöglich. 15 von 40 Fahrzeugen waren schneller als die erlaubten 30 km/h. "Rekord": 49 Stundenkilometer. Das bedeutet 35 Euro Bußgeld.

Latsch: Relativ viele Verstöße: 47 Temposünder bei 130 kontrollierten Fahrzeugen im Bereich der Bushaltestelle. Die meisten waren um 22 bis 24 Stundenkilometer zu flott, was ihnen 80 Euro Bußgeld und einen Punkt beschert.
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