Stadt Weiden plant neues Güterverkehrszentrum (GVZ)
Geheimprojekt "GVZ Weiden"

Links entlang der Grundstücksgrenze von Pilkington liegt in Weiherhammer das Industrie-Gleis, das ins Zentrum der Überlegungen rückt, hier ein neues "Güterverkehrszentrum Weiden" zu schaffen. Bild: Ascherl

Die Vorbereitungen sind weit gediehen - und zwar ganz im Geheimen: Die Stadt Weiden plant ein neues Güterverkehrszentrum (GVZ), draußen in Weiherhammer. Dort nämlich gibt es genügend Platz und optimale Verkehrsanbindungen, über Schiene und Straße.

Gerade an der Straßenanbindung fehlt es dem "Umschlagsplatz" in Weiden - im Süden des Bahnhofes. Umgeschlagen wird dort - neben militärischem Material - vor allem Holz, das aus den heimischen Wäldern stammt. Die langen Holzstapel wollen nicht so recht ins Stadtbild passen. Die Logistikwirtschaft in der Region wartet darauf, endlich auf kurzem Weg ihre Waren auf die Schiene zu bekommen. Bisher muss sie dafür Regensburg und Hof angefahren. Das ist zu weit.

Güter auf die Schiene

Ganz nah - und im Herzen der Region - liegt hingegen Weiherhammer. Dort rückt das Industriegleis von Pilkington in den Fokus. Es wird zwar seit Jahren nicht mehr benutzt, ist aber gut in Schuss. Die Gemeinde Weiherhammer weist mit einem Bebauungsplan den angrenzenden Wald als Gewerbegebiet aus. Hier könnten die Logistik-Betriebe siedeln, die die Nähe zur Verladeanlage suchen. Eine Machbarkeitsstudie, die im Stadtrat und Gemeinderat - natürlich nichtöffentlich - vorgestellt wurde, beurteilt das Projekt optimistisch. Das Güterverkehrszentrum kostet sechs bis acht Millionen Euro. Dabei darf Weiden mit einer 80-prozentigen Förderung rechnen.

Nun reagiert die Weidener CSU: Sie fordert neue Weichenstellungen im Personen- und Güterverkehr der Bahn. Neben der Elektrifizierung und einer schnellen Intercity-Verbindung setzt sich Fraktionschef Wolfgang Pausch auch für den Bau des Güterverkehrszentrums Weiden ein. Die Bahn rückt deshalb im November in den Mittelpunkt einer Resolution, die auf Antrag der CSU vom Stadtrat beschlossen werden soll.

Die Elektrifizierung der Bahntrasse von Regensburg nach Hof soll schnell in den Bundesverkehrswegeplan. Niemand zweifle mehr an der Notwendigkeit einer Entlastung der bestehenden Transport-Korridore bei steigendem Güterverkehr, betont Pausch. Zu Bewältigung der Fahrten werden die starken E-Loks und damit der Strom benötigt. Die Bahn bemüht sich zwar, den Lärm ihres "rollenden Materials" bis zum Jahr 2020 zu halbieren. Allerdings stellt die DB nur ein Drittel der 180 000 Güter-Waggons, die durch Deutschland rollen, mit eigenen Fahrzeugen. Der Großteil gehört privaten oder ausländischen Gesellschaften.

Rund 80 zusätzliche Güterzüge (die Zahlen differieren stark) werden dann durch das Naabtal rumpeln. Die CSU will sichergehen, dass aktiver Lärmschutz an die Schiene kommt. Deshalb seien die Maßnahmen, darunter neue Signale und teilweise auch verbesserte Trassenführungen, als eine "wesentliche Änderung" einzustufen. Dies wiederum sichere erst die höchstmögliche Stufe des Lärmschutzes und einen umfassenden Erschütterungsschutz.

Wieder Intercity-Anschluss

Ins Paket schnürt die CSU auch gleich die Forderung nach einer Intercity-Verbindung auf der Achse München-Regensburg-Weiden-Hof und weiter in Richtung Norden in einem 2-Stunden-Takt. Denn seit der Auflassung des "Interrregio"-Verkehrs gebe es in der Nordoberpfalz keinen schienengebundenen Personen-Fernverkehr mehr. Die Stadt Weiden habe kaum umsteigefreie Verbindungen in die Ballungsräume.
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