Standbetreiber überforder
Moderate Mehrkosten

Die Standbetreiber des Wochen-, Bauern- und Weihnachtsmarktes können aufatmen. Durch die Erhöhung der Gebühren liegt Weiden immer noch im "soliden Mittelfeld" in der Oberpfalz. Archivbild: Götz

(juh) Die Gemüter der Standbetreiber kochten, als es am Wochenende hieß, dass die Gebühren für das kommende Jahr um 50 Prozent pro laufenden Standmeter erhöht werden sollen. Für viele Hobby-Betreiber hätte das das Aus bedeutet. Doch jetzt gibt es Entwarnung.

"Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird", lacht Josef Wittmann, Sprecher der Anbieter des Bauernmarktvereins. Zwar sei eine Gebührenerhöhung für Daueranbieter geplant, jedoch nicht von zwei auf drei Euro, sondern von 1,45 auf 1,80 Euro pro laufenden Meter. "Die Erhöhung um 50 Prozent betrifft lediglich saisonelle Anbieter, beispielsweise Erdbeer- oder Krippenverkäufer - solche, die nur ein oder zweimal im Jahr einen Stand betreiben."

Wittmann betreibt seit 21 Jahren einen Stand, "einen der größten in Weiden" - er verkauft Eier und Gebäck. Nicht nur in Weiden, auf sechs weiteren Märkten bietet er seine Waren an. "Mit den neuen Gebühren liegt Weiden im soliden Mittelfeld in der Oberpfalz. Das Wort ,moderat' ist daher absolut zutreffend."

2008 erhöhte die Stadt die Gebühren zuletzt. "Damit haben wir etwa eine Steigerung von fünf Prozent pro Jahr - die Händler zahlen 35 Prozent mehr als bisher, das ist vertretbar", betont Hermann Hubmann vom Amt für Öffentliche Ordnung in Weiden. Er verdeutlicht das an einem Beispiel: "Für 108 Markttage zahlt ein Händler jetzt 144 Euro pro laufendem Meter. Zukünftig werden es 194,44 Euro sein."

Bedenken bleiben


Die Stadt verspricht sich davon Mehreinnahmen von rund 5000 Euro pro Jahr. Ein Anhörungsverfahren, bei dem sich auch die Standbetreiber zu dem Sachverhalt hätten äußern können, habe es nicht gegeben. "Das ist auch nicht notwendig, da dies gesetzlich nicht vorgesehen ist", erklärt Hubmann.

Am Dienstag lag die Erhöhung dem Finanzausschuss zur Beratung vor, am 21. Dezember wird im Stadtrat darüber entschieden. Einige Bedenken bleiben jedoch bei den Händlern. "Normal haben wir die Jahresrechnung im April bekommen und im Mai bezahlt. Somit hatten wir vier Monate, um schon Geld zu verdienen. Zukünftig soll die Rechnung bereits im Dezember kommen, und vorauswirkend für das Jahr bezahlt werden. Das ist natürlich problematisch, wenn wir noch keine Einnahmen hatten - und nun die Mehrkosten für unseren Sieben-Meter-Stand plus Hänger zahlen müssen", beklagt Otto Meier, der seit 53 Jahren einen Stand in Weiden betreibt.

Offiziell sei er nicht über die geplante Erhöhung informiert worden. Dennoch sei es nachvollziehbar, dass die Stadt die Gebühren nach sieben Jahren erhöhen müsse.
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