Steuertipps beim Haus- und Grundbesitzerverein
So sparen Hausbesitzer

Eine Versammlung, die bares Geld wert ist: Beim Haus- und Grundbesitzerverein gab es zahlreiche Ratschläge rund um Steuern - und noch viel mehr. Für Erstaunen sorgte beim Vorsitzenden jedoch etwas anderes: die Zahl der Ehrengäste aus der Politik.

Bei der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Handwerkerleistungen spiele es keine Rolle, ob man Eigentümer einer Wohnung sei oder Mieter. 20 Prozent der Leistungen minderten bis zu einem Höchstbetrag von 1200 Euro pro Jahr die Steuerschuld direkt. Das betonte Steuerberater Norbert Ziegler bei der Hauptversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins Weiden und Umgebung (HGVW) in der Max-Reger-Halle.

Zum berücksichtigungsfähigen Haushalt zählten auch Garten und der öffentliche Boden direkt um das Grundstück herum. Abzugsfähig seien demnach Kosten für Lohn, Maschineneinsatz und Anfahrten, inklusive Mehrwertsteuer. Also auch Kaminkehrer-Leistungen (unbedingt Rechtsmittel einlegen), das Schneeräumen durch einen Hausmeisterservice oder die Kostenumlegung der Gemeinde für den Anschluss an den öffentlichen Kanal und den Ausbau der Gemeindestraße durch die Kommune.

Genau abwägen


Vermietern empfahl Ziegler, genau abzuwägen, ob sämtliche Renovierungs- und Erhaltungskosten als Werbungskosten im Jahr der Entstehung abgesetzt werden sollten - oder ob es im Einzelfall nicht vielleicht günstiger sei, die Aufwendungen auf fünf Jahre zu verteilen. Zum einen mindere man die Progression, zum anderen sei es möglich, dass sich große Summen gar nicht im Entstehungsjahr auswirkten.

Neu seit 2016: Bei der Anschaffung von Photovoltaikanlagen darauf achten, dass der Rechnung eine Freistellungsbescheinigung des Lieferanten beiliege. Andernfalls keinesfalls den vollen Betrag, allenfalls nur 85 Prozent zahlen und den Rest dem zuständigen Finanzamt des Lieferanten überweisen. Da bei eventueller Insolvenz der Kunde für die nicht entrichteten 15 Prozent hafte. Auch Rentner würden verstärkt zur Kasse gebeten, erläuterte der Experte. Von den 20,6 Millionen Beziehern würden 2016 bereits 3,9 Millionen versteuert. Tendenz steigend, da die Freibeträge sukzessive sinken. Allein die diesjährige Rentenerhöhung binde 128 000 weitere Rentner an den Fiskus.

Vorsitzender Willibald Härning betonte eine weiterhin ausgebaute Angebotspalette des HGVW: vom ständig auf dem neuesten Stand gehaltenen Mietvertrag bis zur Bonitätsprüfung. Die Mitglieder nutzen die Beratungsstunden immer intensiver, so Härning weiter. Ein besonderer Gruß galt Stadtrat Karl Bärnklau, der mit seiner Anwesenheit als einziger Vertreter des Stadtparlaments im vollbesetzten Saal Interesse an der Arbeit der regionalen Haus- und Grundbesitzervertretung bekundet habe.

Rechtsanwältin Franziska Merkl sprach über den Umgang mit Handwerkern und Nachbarn. Ihr Fazit: "Ich rate zu einem gütlichen Einvernehmen. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen übel gesinnten Nachbarn vor der Haustür."

Am besten nicht renoviert


Rechtsanwältin Susanne Donhauser ging auf Neuerungen für die Vermietung ein. Dabei ging sie vor allem auf die Kleinreparaturklausel, Schönheitsreparaturen, Mietpreisbremse in Ballungsgebieten und Vorwegabzug ein. Um Risiken zu vermeiden, sei es mittlerweile dank mieterfreundlicher Gesetzgebung der sinnvollste Weg, die Wohnung im nicht renovierten Zustand zu übergeben und hinterher vom Mieter auch keine renovierte Rückgabe zu verlangen.

Gerhard Bergler informierte über die Modernisierung von Heizungsanlagen und prognostizierte einen steilen Anstieg des Ölpreises in naher Zukunft. Deshalb sei vor allem an Hybridheizungen zu denken, wo primäre Wärmeerzeuger durch sekundäre unterstützt würden. Welche dezentralen Energiespeicher die günstigsten seien, lasse sich nur im Einzelfalle prüfen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.