Stollen vernascht
Bäcker unterziehen sich Prüfung


Puderzuckerdichte gut, Füllung gleichmäßig? Bei der Stollenprüfung in der Volksbank blieb nichts unbeachtet. Gesucht wurde der beste Stollen der Region. Größter Gewinner ist das regionale Handwerk.

Auf einem langen Büfett ist eine Fülle an Stollen aneinander gereiht. Butterstollen, Quarkstollen, Mohnstollen, Mandelstollen und Walnussstollen laden zum Probieren ein. Das überraschend angenehme Licht der Eingangshalle der Volksbank umschmeichelt die appetitlichen Backwaren, die oft schon in gut portionierte Scheiben geschnitten sind. Puderzucker, Füllung und Teig vereinen sich zur Perfektion.

Bäckereien aus der gesamten Nordoberpfalz haben 68 Stollen zur Qualitätsprüfung gebracht. Jetzt stehen sie dicht an dicht und warten darauf, von Prüfer Manfred Stiefel nach DLG-Schema bewertet zu werden.

Getestet wird Form und Aussehen, Oberfläche, Lockerung und Krumenbild sowie Struktur und Elastizität. Besonders wichtig: Geruch und Geschmack. Gleich neunfach gehen diese Kriterien in die Wertung ein. Manfred Stiefel ist schon seit gestern am Werk. "68 Stollen kann man an einem Tag gar nicht seriös prüfen", sagt er. "Da würde ich irgendwann nichts mehr schmecken und könnte dem Stollen nicht gerecht werden."

Vielfalt darstellen


Gerecht werden müssen dem Stollen auch die Bäcker, denn "er ist kein einfaches Produkt", sagt Stiefel. "Schwierig ist besonders das Backen. Wenn man ihn zu kurz drin lässt, ist er speckig. Wenn er zu lange bäckt, ist er zu trocken." Auch Aromen und Gewürze müssen genau dosiert werden: "Da muss man schon fast eine Briefwaage nehmen. Ein Stollen ist nicht gut, wenn er nur nach Zimt oder Muskat schmeckt. Auch mit Zitrone muss man vorsichtig sein." Der Qualitätsprüfer ist selbst Bäcker und kennt die Probleme: "Ich gebe den Bewerbern gerne Tips. Oft haben sie es schon auf die eine oder andere Art probiert und sind dann erstaunt, wie eine kleine Veränderung einen so großen Unterschied machen kann."

Die Ergebnisse der Prüfung sind unter stollen-test.de einsehbar. Aber eigentlich geht es nicht nur um den besten Stollen: "Wir wollen die Vielfalt der Region darstellen", sagt Wolfgang Schmid, Obermeister der Bäckerinnung Nordoberpfalz. "Das Handwerkliche ist uns wichtig. Hier gibt es keine Industriestollen."

Nach der Stollenprüfung wurde das Büfett freigegeben. Gäste und viele Passanten langten beherzt zu. Mit dem Segen der Volksbank war alles in kurzer Zeit verschnabuliert.
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