Synlab-Mitarbeiter bekommen Manteltarifvertrag - Bemühungen seit März
"Alle haben gewonnen"

Für die rund 220 Synlab-Mitarbeiter in Weiden gilt künftig ein Manteltarifvertrag. Über den Ablauf der Verhandlungen informierten (von links) Josef Ippisch , Rainer Hoffmann und Dr. Dr. Hans-Wolfgang Schultis. Bild: Götz

Die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) des Labordienstleisters Synlab in Bayern bekommen einen Manteltarifvertrag. Profitieren sollen davon landesweit rund 510 Mitarbeiter, darunter etwa 220 am Standort Weiden. Der Vertrag regelt unter anderem Arbeitszeiten und Freistellungen. Außerdem schreibt er erstmals verbindlich und vereinheitlicht Weihnachtsgeld fest. Neu sind zusätzliches Urlaubsgeld und ein für alle Standorte geltender Katalog mit Zulagen und Zuschlägen. In einem nächsten Schritt sollen im Frühjahr Verhandlungen über einen Entgeltrahmentarifvertrag folgen.

"In Zukunft transportiert"


Verhandlungsführer auf Seite der Gewerkschaft IG BCE war der Weidener Bezirkssekretär Rainer Hoffmann. Die Ergebnisse stellte er gemeinsam mit zwei Mitgliedern der Tarifkommission vor: Josef Ippisch als Vertreter der Arbeitnehmer Weiden und Dr. Dr. Hans-Wolfgang Schultis als Vertreter der Arbeitgeberseite. Die abschließenden Gespräche am Montag in Nürnberg hatten rund neun Stunden gedauert. Die Materie sei komplex gewesen, allein schon, weil die Tätigkeiten in den verschiedenen Laboren sehr unterschiedlich seien. Trotzdem hätten mit dem Vertrag "alle gewonnen", sagte Hoffmann. Auch der Arbeitgeber: So gebe es an manchen Standorten im Personal hohe Fluktuation, zudem werde es immer schwerer, Fachkräfte zu finden. Bessere Arbeitsbedingungen könnten dem - auch mit Blick auf die Konkurrenz, die ebenfalls in Tarifverhandlungen stehe - entgegenwirken. "Wir sind auf motivierte Arbeitnehmer angewiesen", durch den Vertrag werde "die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter in die Zukunft transportiert", erklärte Schultis. Wie Ippisch betonte, werde durch den Vertrag kein Kollege schlechter gestellt als zuvor.

Gerade letzterer Punkt ist wichtig, weil die Mitarbeiter im MVZ Weiden bislang sehr unterschiedliche Konditionen bekamen. So erhielten sie etwa laut IG BCE für die gleiche Tätigkeit mitunter nicht die gleiche Bezahlung. Hinzu kam, dass es in 15 Jahren nur zwei Lohnerhöhungen gegeben habe.

Der Organisationsgrad im MVZ war lange Zeit sehr niedrig gewesen. Nach einer Betriebsversammlung im März 2015 erhöhte sich die Quote rasch auf rund 80 Prozent. Seither liefen die Bemühungen um einen Tarifvertrag. Die nun vorläufig abgeschlossenen Verhandlungen seien harmonisch gelaufen, betonten die Beteiligten. Gleichzeitig hatte die Gewerkschaft jedoch klargemacht, dass ohne eine Einigung am Dienstag Warnstreiks gefolgt wären.
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