Tag der Ausbildung
Werbung für die duale Berufsausbildung

Der Zukunftscoach der Stadt Weiden, Roswitha Ruidisch, hat den Bayrischen Tag der Ausbildung federführend für die Stadt Weiden organisiert. Bild: sbü

Am bayerischen Tag der Ausbildung soll Werbung für die duale Berufsausbildung gemacht werden. Dabei geht es hauptsächlich um Fachkräftesicherung durch Erschließung von Qualifizierungsreserven. Auf keinen Fall soll eine Konkurrenz zur akademischen Ausbildung aufgebaut werden.

Der 22. Februar 2016 ist als der Bayrische Tag der Ausbildung ausgerufen. In Weiden findet aus diesem Anlass im Neuen Rathaus von 10 Uhr bis 13 Uhr eine Vortrags- und Fachforumsveranstaltung mit zahlreichen prominenten Teilnehmern und Experten statt. In einem Pressegespräch wurde jetzt das Programm des Bayrischen Ausbildungstags von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann sowie der Zukunftscoachin Roswitha Ruidisch vorgestellt.

Emilia Müller spricht


Nach der Begrüßung durch den Oberbürgermeister referiert die bayrische Arbeits- und Sozialministerin Emilia Müller zum Thema "Vielfalt in der Ausbildung: Inklusion, Flüchtlinge und Teilzeitausbildung". Es folgt ein Vortrag über "Teilzeitausbildung als ungenutzte Chance der dualen Ausbildung" von Angelika Gössl, Expertin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Mit drei Fachforen zu den Kernthemen und der Präsentation der Ergebnisse wird die Veranstaltung abgeschlossen.

Akademikerquote gering


Neben Statements von Vertretern aus den jeweiligen Fachthemen besteht in den Fachforen für interessierte Teilnehmer auch Gelegenheit zur Diskussion. Übereinstimmend betonen Seggewiß, Hubmann und Frau Ruidisch, dass zur Sicherung von Fachkräften neben den bewährten Modellen "neue, alternative und innovative Wege der beruflichen Ausbildung" gefunden werden müssten. Keinesfalls ginge es um eine Konkurrenz zur akademischen Ausbildung. Rechts- und Sozialdezernent Hubmann wies auf die nach wie vor unterdurchschnittliche Akademikerquote in der Region hin. Die Region brauche beides, Hochschulausbildung und berufliche Ausbildung, und "es darf auch niemand unausgebildet übrig bleiben". Kritisch beurteilt Hubmann Äußerungen über zu hohe Studentenzahlen. Schulabsolventen müssten sich frei entscheiden können, dabei aber auch möglichst viele Entscheidungshilfen bekommen.

Zukunftscoachin Ruidisch stellte großen Nachholbedarf in der Teilzeitausbildung fest und sieht alle beteiligten Institutionen aufgerufen, dieses Anliegen zu unterstützen. Aus den Statements der Experten erhofft sich Frau Ruidisch am Tag der Ausbildung auch Hinweise, wie Teilzeitauszubildende finanziell unterstützt werden können.

Chancen durch Behinderte


Als weiteres zentrales Thema wird am Tag der Ausbildung über Möglichkeiten der Reduzierung des Fachkräftemangels durch berufliche Integration der Flüchtlinge diskutiert werden. Oberbürgermeister Seggewiß plädiert hierbei für realitätsbezogene Erwartungen. Zu berücksichtigen sei, dass weniger als die Hälfte der Zuwanderer in absehbarer Zeit für eine Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt in Betracht kämen. Im dritten Thema des Ausbildungstages wird über Inklusion von Menschen mit Behinderungen gesprochen. Experten sehen auch hier noch zahlreiche Möglichkeiten zur Gewinnung und Ausbildung von Fachkräften. Viel zu oft würde dabei übersehen, dass eine Körperbehinderung sich fast immer nur auf wenige Tätigkeitsbereiche auswirkt. In allen anderen Berufen unterscheiden sich schwerbehinderte überhaupt nicht von Nichtbehinderten und sind nicht selten besonders hoch motiviert für ihren Beruf. Veranstalter des Ausbildungstags ist die Stadt Weiden. Kooperationspartner sind Jobcenter Weiden-Neustadt, Agentur für Arbeit Weiden, Bayerisches Rotes Kreuz und das Projekt Wirtschaft inclusiv.
Es darf auch niemand unausgebildet übrig bleiben.Rechts-und Sozialdezernent Hermann Hubmann
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