Trocknungsgenossenschaft setzt auf neue Futterpflanze
Blühende Zukunft für die Luzerne

Futterexperten bei der Trocknungsgenossenschaft (von links): Wolfgang Wittmann, Christian Herbst, Dr. Anna Techow, Josef Schmid, Josef Rauch und Franz Kustner. Bild: hfz
Sie blüht violett und setzt in Zukunft möglicherweise auch im Landkreis Amberg-Sulzbach vermehrt Farbtupfer in der Landschaft: die Luzerne. Um die Vorteile dieser Futterpflanze für die Landwirtschaft ging es bei der Jahreshauptversammlung der Trocknungsgenossenschaft Amberg im Gasthaus Erras in Fichtenhof. Vorsitzender Josef Rauch blickte zunächst auf das Betriebsjahr 2014 zurück. Vor einigen Jahren galt Rapsöl noch als ernstzunehmende Kraftstoff-Alternative für Dieselmotoren. Der Bund hat diese Entwicklung gestoppt: Mit der Besteuerung von Rapsöl war es mit der Wettbewerbsfähigkeit dieses Treibstoffs vorbei. Das bekam auch die Trocknungsgenossenschaft deutlich zu spüren. Im vergangenen Jahr seien nur noch rund 3000 Doppelzentner Raps gepresst worden - nach beispielsweise 12 000 Doppelzentnern im Jahr 2010. "Der Jahresauslastung und die Trockengutmenge waren dennoch zufriedenstellend", erklärte Rauch. Die Organisation hat derzeit 472 Mitglieder mit 597 Geschäftsanteilen.

Erstmals Cobs für Pferde

Der größte Teil des verbliebenen Rapsöls werde mittlerweile als Futtermittel verkauft, zudem stünden noch ein paar Blockheizkraftwerke auf der Kundenliste. Erstmals habe die Genossenschaft im vergangenen Jahr 250 Tonnen Pferdecobs produziert. Die gesamte Trockengutmenge von 34 400 Doppelzentnern bestehe zu 95 Prozent aus Gras. Der Rest setze sich aus Körnern und Grünmais zusammen. Groß rauskommen soll in Zukunft die Luzerne. Diese Futterpflanze gilt in Fachkreisen quasi als Alleskönner. So überlegt der Vorstand laut Rauch, eine Ballenpresse anzuschaffen, um Luzernenheu zu pressen. Das Gerät schlage mit etwa 400 000 Euro zu Buche.

Die Luzerne sei eine der wichtigsten und ertragsstärksten Futterpflanzen, erklärte Landbau-Spezialistin Dr. Anna Techow. Sie könne entscheidend dazu beitragen, die Eiweiß-Importe für die bayerische Agrarwirtschaft zu reduzieren. Durch die Trocknung werde eine optimale Fütterung im "pansenstabilen Eiweiß" und im unverzichtbaren Beta-Carotin garantiert.
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