"Überraschende Probleme" beim Bau der Stadtgalerie
Bei Orange sieht Fondara rot

Das war im Juli der Blick von oben auf das Areal der künftigen Stadtgalerie. Ein Baufortschritt wird daraus nicht wirklich ersichtlich. Fondara erklärt nun, warum das so ist. Bild: mür

Hochbetrieb auf der Baustelle des Fondara-Parkhauses. Aber vorne, bei der Stadtgalerie, regt sich kaum etwas. Seit Wochen. Eine Ewigkeit für alle, die die Stadtgalerie herbeisehnen. Verzögert sich der Bau? "Wir befassen uns mit komplexen Themen ", räumt Projektbetreuer Philipp Hlousek ein. "Aber wir haben eine Lösung erarbeitet."

Während auf dem Grundstück der Stadtgalerie relative Ruhe herrscht und sich die Bauarbeiten auf das Areal des Parkdecks konzentrieren, bewältigten die Fachplaner eine schwierige Aufgabe. Das Problem bei der Stadtgalerie liegt im Boden der Baugrube: ein Sediment, fein wie Mehl und orangefarben. Und bei diesem Orange sieht Fondara rot. "Das ist kein Spaß", sagt Hlousek. Diese Schlemme schließt wie eine Sperrschicht Grund- und Oberflächenwasser ein, das nur wenige Zentimeter unter der Oberschicht ansteht.

"Die Feuchtigkeit wie bei einer normalen Wasserhaltung zu sammeln und abzuführen, ist unmöglich. Das Wasser steht. Es fließt nicht." Das Baufeld könne deshalb für die Betonierungsarbeiten nicht auf normalem Weg trockengelegt, das Wasser nicht abgepumpt werden. Die inzwischen ausgeknobelte Lösung sieht vor, die Baugrube mit einem engmaschigen Netz an Gräben zu durchziehen. Dorthin soll das "bisher gebundene Wasser" einsickern, um es dann abzusaugen.

Natürlich sei das gesamte Baufeld mit Sondierungsbohrungen untersucht worden, erklärt Hlousek. Das orangefarbene Sediment tauchte dabei punktuell auf. Dass es aber derartige Schwierigkeiten bei der Wasserhaltung machen würde, war so nicht absehbar. "Das hat uns überrascht." Nur mit hohem Aufwand sei die Baugrube, die im Mittel sechs Meter, an einigen Stellen bis zu zehn Meter tief sei, trocken zu legen. Die 50 Zentimeter breiten und insgesamt 500 Meter langen Entwässerungsschächte müssten mit der Spezialmaschine bis zu 2,75 Meter tief gefräst werden. In ihrer Sohle werden die Drainage-Rohre verlegt, die das gesammelte Wasser zu den zehn Vakuum-Pumpen führen. Diese Spezialmaschinen seien selten und "nicht ständig am Markt verfügbar". "Aber wir haben jetzt eine auf der Baustelle. Es kann endlich losgehen."

Betonieren im Herbst


Die Gräben müssen mit einem wasserdurchlässigen Material - Riesel-Schüttgut - aufgefüllt werden. Erst wenn die Baugrube einen gewissen Trocknungsgrad erreicht hat, können im Herbst die Betonierungsarbeiten beginnen. Für Herbst ist die Grundsteinlegung vorgesehen, bei der Fondara auch den inzwischen gefundenen Namen für die Stadtgalerie vorstellt. Im Übrigen müssen die Pumpen dann auch so lange laufen, bis das Bauwerk so weit gediehen ist, dass es als "auftriebsicher" gilt. Beim Parkdeck erwartet Fondara weniger Probleme. "Dort sind wir mit vier bis fünf Metern nicht so tief."
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