Uwe Bergold zählt international zu den gefragtesten Gold- und Börsenexperten
Gold anstelle von Aktien?

"Mit Gold das Vermögen versichern", lautet das Credo von Uwe Bergold. Mit Gold - in den unterschiedlichsten Stückelungen - sei der Mensch immerhin seit mehr als 5000 Jahren auf der ganzen Welt liquide. "Gold ist die einzige reale Markt-Währung." Bild: dpa-Archiv
 
Auch in der Weidener Fleischgasse (Altstadt) eröffnete Uwe Bergold mit seiner Firma GR Asset Management ein Büro. Bild: cf

Schon beim Betriebswirtschaftsstudium Mitte der 90er Jahre an der Fachhochschule in Weiden gab Uwe Bergold seinen Kommilitonen Börsentipps. Heute zählt der gebürtige Wernberg-Köblitzer international zu den gefragtesten Gold- und Börsenexperten. Seine Name findet sich regelmäßig in den großen Wirtschaftsblättern.

Weiden/Amberg. Uwe Bergolds Gespür gilt in der Finanzbranche als legendär. Wenige Wochen vor dem historischen Crash im Frühjahr 2000 gab er an seine Kunden die "strategische Empfehlung, alle Aktien zu verkaufen". Seitdem beschäftigt er sich intensiv mit der Anlageform Gold. Der gehandelte Wert dieses Edelmetalls verlaufe immer gegensätzlich zu Aktien: Steigt deren Kurs (wie bis zum Jahr 2000), sackt der Goldpreis ab. Seit dem historischen Tief vor 15 Jahren legte Gold jedoch um rund 300 Prozent zu. "Im gleichen Zeitraum stieg der Dax um 50 Prozent, Immobilien in Bestlage sowie festverzinsliche Anleihen um 100 Prozent."

"Explodierende Nachfrage"


Seit Beginn dieses Jahres gewann der Goldpreis mehr als 15 Prozent. "Wir stehen hier am Anfang einer unglaublichen Rallye." Während die Banken ihren Kunden angesichts der Niedrigstzinsen zum Kauf von Aktien raten, empfiehlt Bergold das Gegenteil: "Den Großteil der Aktien verkaufen und in Gold investieren." Seit wenigen Monaten stellt er bei den institutionellen Anlegern (Fondsgesellschaften, Pensionsfonds u. a.) eine "extreme, geradezu explodierende Nachfrage nach Gold" fest. Bergold befürchtet in naher Zukunft "geopolitische Extremsituationen": "Wir befinden uns in einer höchst kritischen Phase." Nicht nur die Europäische Zentralbank, sondern auch zahlreiche Nationalbanken im Euroraum "monetarisieren", d. h. "sie drucken in großem Umfang Papiergeld". "Noch nie in der Geschichte waren die Zinsen so niedrig."

Nach Einschätzung Bergolds befinden sich die Aktien langfristig in einem Bärenmarkt: "Das durchschnittliche Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 beim US-Aktienindex S&P 500 muss runter auf 10." Erst dann sei der finale Akt der Krise erreicht und an der Börse gehe es wieder deutlich aufwärts: "Ein idealer Zeitpunkt, um sich vom Gold wieder zu trennen und in Aktien zu investieren." Aber diese Entwicklung ist Zukunftsmusik bis etwa zu den Jahren 2021 bis 2023.

Aktuell richtet Bergold an die Sparer den herzlichen Appell, mit Gold ihr Vermögen zu erhalten. Während in "normalen Zeiten" eine Gold-Beimischung von 5 bis 10 Prozent des Vermögens ausreiche, empfiehlt er - jeweils zu einem Viertel - die Anlage in Gold, Aktien, Immobilien und festverzinslichen Anleihen.

Immobilien als "Betongeld" sind derzeit der Renner ...

Bergold: Aufgrund der historisch niedrigen Zinsen kam es nicht nur am Aktien- und Rentenmarkt, sondern auch am Immobilienmarkt zu einer extremen Blasenbildung, die früher oder später platzen wird.

Die meisten Deutschen besitzen Sparbücher und Lebensversicherungen. Kann man damit sein Vermögen über die nächsten Jahre bringen?

Bergold: Papiergeld kehrt immer zu seinem inneren Wert zurück, welcher Null ist. Diese Weisheit stammt vom französischen Philosophen Voltaire im 18. Jahrhundert. Das Gleiche lässt sich auch auf "Papier-Vermögen" übertragen.

Was heißt das für die Sparer?

Bergold: Der Durchschnittssparer, der keine Inflations-Versicherung in seine Ersparnisse eingebaut hat, wird einen nicht unerheblichen Vermögensverlust erleiden. Die Geschichtsbücher sind voll mit Beispielen von Verschuldungskrisen.

Immer mehr Banken und Sparkassen kommen in Bedrängnis, Filialen werden geschlossen, Fusionen stehen ins Haus. Droht eine neue Finanzkrise?

Bergold: Betrachtet man die Aktienkurse der beiden größten deutschen Kreditinstitute, der Deutschen Bank und der Commerzbank, mit minus 87 Prozent und minus 98 Prozent seit ihren Allzeit-Höchstständen im Jahr 2000, so kommt man eindeutig zu dem Schluss, dass wir mitten drin sind in einer Finanzkrise.
Uns drohen geopolitische Extremsituationen. Wir befinden uns in einer höchst kritischen Phase.Gold-Experte Uwe Bergold
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