Verband der Schausteller und Marktkaufleute lehnt Umbenennung ab
Christkindlmarkt ja, Wintermarkt nein

Sie sind seit 20 Jahren im Verband der Marktkaufleute und Schausteller: Johannes Heindl, Günter Weiss und Elmar Renner wurden dafür in der Jahreshauptversammlung der Bezirksstelle Amberg-Weiden geehrt. Bild: Kunz

Der Landesverband für Marktkaufleute und Schausteller lässt sich seine Weihnachts- und Christkindlmärkte nicht kaputtreden. "Dass wir sie in Wintermärkte umbenennen, kommt ja überhaupt nicht infrage", machte Landeschef Wenzel Bradac bei der Jahreshauptversammlung der Bezirksstelle Weiden-Amberg deutlich.

Im Schützenhaus am Hetzenrichter Weg forderte er unter Beifall die Befürworter einer solchen Umbenennung auf, sich lieber in dicke Wintermäntel zu hüllen und durch die Einkaufszentren zu ziehen. Dass sich die Kölner Silvesternacht auf den Jahrmärkten wiederholen könnte, könne er sich nicht vorstellen, meinte Bradac. Die Vergangenheit, vor allem die Zusammenarbeit mit den Ordnungskräften und der Polizei habe gezeigt, "dass wir all diese Dinge immer wieder in den Griff kriegen", sagte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Gelernt, Konflikte beizulegen


Schausteller hätten ihr Geschäft von der Pike auf gelernt. Bradac: "Wir haben das Know-how zu spüren, wann was passieren könnte. Wenn's brenzlig wird, dann schreiten wir ein. Wir haben gelernt, Konflikte gewaltlos beizulegen." Und sollte es zum Schlimmsten kommen: Sollte nach einem Terrorakt Staatstrauer ausgerufen werden, "dann schließen wir selbstverständlich unsere Geschäfte". Aber nur dann, wenn alle anderen öffentlichen Freizeitaktivitäten eingefroren würden. Wie Discotheken, Freizeitparks und Kinos. "Wir wollen nicht wieder auf dem Altar der Betroffenheit geopfert werden."

Rückendeckung bekam Bradac von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, was die großzügige Auslegung von Ausnahmebestimmungen beim Sonntagsfahrverbot für Schaustellerfahrzeuge anging. Die Stadtverwaltung werde den Betroffenen keine Knüppel zwischen die Beine werfen.

Rechtsdezernent Hermann Hubmann begrüßte Bradacs Aufforderung an abgewiesene Schausteller, auf rechtliche Schritte im Falle von negativen Bescheiden bei den Platzvergaben zu verzichten. Heuer hätten sich wieder 370 Schausteller um einen der 60 Plätze fürs Frühlingsfest vom 29. April bis zum 8. Mai beworben, so Hubmann. Da müsse es eben auch Absagen geben.

Das Konzept der Polizei stellte Polizeihauptkommissar Günther Burkhard vor. Hans-Jürgen Rudnik von den Feuerschützen betonte die gute Zusammenarbeit beim Volksfest. In seinem Rechenschaftsbericht ging Vorsitzender Gerhard Donhauser auf zahlreiche Aktivitäten ein. Die Werbeveranstaltung für das Frühlingsfest auf dem Marktplatz, die am 23. April wiederholt werde, habe den gewünschten Erfolg erzielt.

Donhauser kündigt Rückzug an


Der Christkindlmarkt rund um das Alte Rathaus entwickle sich auch nach Einschätzung des Oberbürgermeisters recht gut. "Das Konzept werden wir so beibehalten." So wie er aktuell gestaltet sei, begeistere er die Besucher. Bei der Weihnachtsgans-Verlosung kam der stattliche Betrag von 5821 Euro zusammen. Seit Beginn der Aktion hätten die Marktkaufleute 265 000 Euro für soziale Zwecke gesammelt. Leider habe sich nur Brigitte Schwarz als Stadträtin an den Losverkäufen beteiligt. Donhauser wies darauf hin, dass er sich in drei Jahren aufs Altenteil zurückziehen wolle und sich die Mitglieder schon jetzt Gedanken über einen Nachfolger machen sollten. Für 20-jährige Treue wurden Johannes Heindl, Günter Weiss und Elmar Renner geehrt.
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