Vier-Personen-Haushalt in Weiden spart im nächsten Jahr fast 100 Euro an Energiekosten
Gas billiger, Strom etwas teurer

Stadtwerkeleiter Johann Riedl sowie seine Stellvertreterin Christine Melischko (links) und Judith Völkl (Vertrieb/Einkauf) informieren über die Entwicklung bei Gas- und Strom. Bild: Schönberger

Die Weichen für das nächste "Energie-Jahr" sind gestellt: Die Stadtwerke Weiden, seit vier Jahren auch im Stromgeschäft, haben dabei eine sehr gute, aber auch eine etwas weniger angenehme Nachricht. Doch unterm Strich kann jeder Kunde zufrieden sein.

Aufgrund der vorausschauenden Einkaufsstrategie von Judith Völkl und Konstantin Karl (Vertrieb/Einkauf) könnten die Stadtwerke rechtzeitig zur Heizsaison 2016/2017 die Erdgaspreise senken. "Und zwar deutlich", betont Vorstandschef Johann Riedl. "Die Arbeitspreise sinken durchschnittlich um fast zwölf Prozent, und das bei stabilen Grundpreisen", ergänzt Vorstandsmitglied Christine Melischko.

Die Bereichsleiterin Verwaltung der Stadtwerke hat diese Preissenkung auf einen Vier-Personen-Haushalt umgerechnet: "Das neue Angebot bedeutet sowohl für die Kunden im Stadtgebiet und im Landkreis, die 20 000 Kilowattstunden verbrauchen, eine jährliche Ersparnis von über 140 Euro."

Obwohl die Stadtwerke 2016 in einem Umfeld steigender Energiepreise ihre Strompreise zugunsten der Kunden senken konnten, ist nun eine Erhöhung unausweichlich, erklärt Riedl. Im Hintergrund stehen die steigenden staatlichen Abgaben und Umlagen (Erneuerbare Energiengesetz), die der Finanzierung der Energiewende dienen. Diese erhöhen sich 2017 von aktuell 6,35 Cent pro kWh auf 6,88 Cent. Hinzu komme, so der Stadtwerkeleiter, dass die "vorgelagerten Netzbetreiber" für das Jahr 2017 eine Erhöhung der Netzentgelte um 50 Prozent im Netzgebiet der Bayernwerk AG und um 42 Prozent im Netzgebiet der Stromnetz Weiden umgesetzt haben. Die gesamte staatliche Steuer- und Abgabenbelastung sei im letzten Jahren so stark angestiegen, dass diese rund drei Viertel des gesamten Strompreises ausmachten. "Unser selbst beeinflussbarer Anteil, also der Kostenblock Stromeinkauf, Vertrieb und Service, schrumpft dadurch auf gerade noch ein Viertel", erläutert Johann Riedl

Durch interne Einsparungen sei es den Stadtwerken dennoch gelungen, nur zwei Drittel dieser Fremdkosten an die Kunden weitergeben zu müssen. Zum 1. Januar heben die Stadtwerke daher die Strompreise im Netzgebiet Weiden um durchschnittlich 5,8 Prozent an. Damit erhöhen sich die jährlichen Stromkosten für den Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden um 50 Euro. "Unsere Kunden haben also immer noch 100 Euro mehr in der Tasche."

Übrigens: Die Stadtwerke bauen weiter auf die kostenbewussten Stromabnehmer. "Wir sind günstiger als viele andere Anbieter." Das haben im vergangenen Jahr über 400 Stromkunden erkannt. Die Stadtwerke bedienen inzwischen 4800 Haushalte und gewerbliche Abnehmer.

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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 12.11.2016 | 21:09  
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