Volkswirt Ralf-Joachim Götz sieht Renaissance
„Lebensversicherung keinesfalls tot“

Ralf-Joachim Götz. Bild: Werner

Die Menschen sparen wieder mehr - dank seit 2010 steigender Nettoeinkünfte. Einen Teil davon würden die Menschen für Konsum ausgeben, einen anderen aber auch sparen. Das erklärt Ralf-Joachim Götz, Direktor und Chefvolkswirt der Deutschen Vermögensberatung, im Gespräch mit unserer Zeitung. Sein Unternehmen betreut nach eigenen Angaben rund 50 000 Kunden in der Region.

Den meisten Menschen gehe es bei der Wertanlage nicht ums Zocken, sondern um die klassischen Werte und Ziele: Sicherheit fürs Alter, die eigene Immobilie. In Zeiten des Niedrig- und Negativzinses erlebe die Lebensversicherung eine Renaissance. "Sie ist keinesfalls tot. Sie bekommen eine gute Rendite, wenn sie woanders draufzahlen", erklärt Götz.

Klassiker Immobilie


Ungebrochen sei das Interesse an der eigenen Immobilie. "Das führt dazu, dass viele sparen." Die Bedingungen seien günstig: niedrige Kreditzinsen, niedrige Inflation und gestiegene Einkommen. "Per se müsste es vielen Menschen leichter fallen, ihren Wunsch nach einer Immobilie zu verwirklichen." Eine Rolle bei der Finanzierung spielen weiterhin Bausparer - "das Zinssicherungsgeschäft des kleinen Mannes". Noch unklar ist, wie sich die Zinsen entwickeln. "Die Historie zeigt, dass Europa im Nachlauf von zwei Jahren den USA folgt." Zuletzt gab es Spekulationen, die Fed könnte die Zinsen in den Staaten bald anheben. Jungen Leuten empfiehlt Götz noch vor einer Geldanlage die Altersvorsorge, etwa durch einen Riester-Vertrag.

Die Brexit-Entscheidung in Großbritannien hätten die Märkte relativ gut verkraftet. "Der erste Brexit-Schock ist überwunden. Weitere sind möglich." Trotz vieler Krisen herrsche erstaunlich viel Zuversicht. Das Thema Flüchtlinge "ist bei uns noch nicht angekommen", so Götz. Bei vielen Migranten gehe es jetzt erst einmal darum, eine Qualifikation zu erwerben, damit sie überhaupt Geld verdienen können.
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