Vorreiter aus Weiden

Viel Lob für das Almesbacher Energiekonzept aus dem Munde von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (Zweiter von links) erhielt Leiter Helmut Konrad (Dritter von links). Unter den Ehrengästen waren Bürgermeister Jens Meyer (links) und MdL Tobias Reiß. Bild: sbü

Wenn der Landwirtschaftsminister über die Energiewende spricht, geht es vor allem um nachwachsende Rohstoffe, Photovoltaik und große Chancen für den ländlichen Raum. Am Beispiel des Energiekonzepts des Standorts Almesbach hat er die Möglichkeiten aufgezeigt. Deutlich wurde aber auch, wo noch Defizite bestehen.

(sbü) Für den bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) ist eines klar: "Die Energiewende ist beschlossene Sache. Sie ist richtig und wichtig." Aber, ergänzte er, "ohne Land- und Forstwirtschaft kann sie nicht funktionieren". Dieses Bekenntnis zur Energiewende und zur Rolle des Agrarsektors formulierte er am Sonntag im landwirtschaftlichen Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum Almesbach.

Wichtiger Auftrag

Der Besuch fiel mit dem Tag der offenen Tür zusammen. Das Publikumsinteresse war somit noch größer, als der Minister den Standort Almesbach als "Vorreiter" lobte. Es sei Kreislaufwirtschaft im besten Sinne, wenn das Agrarzentrum heute fast seinen gesamten Energiebedarf aus "Erneuerbaren" selbst decke. Was Helmut Konrad, Leiter des Agrarzentrums, später mit vielen Zahlen untermauerte, skizzierte der Minister schon vorher: Hackschnitzelanlage, Photovoltaik mit Batteriespeicher, Biogas und Biokraftstoffe seien in Almesbach die wesentlichsten Komponenten der Energieerzeugung und -speicherung.

Almesbach erfülle somit einen wichtigen Bildungs- und Forschungsauftrag für die Landwirtschaft. Brunner sieht in diesem für ihn beispielhaften Energiekonzept neue Chancen: "Der ländliche Raum wird zum Dienstleister für die Stadt - und nicht umgekehrt." Durch viele kleine, dezentrale und miteinander vernetzte Initiativen könne die Energiewende gelingen, und Almesbach zeige, wie es geht.

Wobei dieses Konzept noch längst nicht zu Ende geführt sei, wie Konrad erläuterte: Bei Wärme sei durch regenerative Energiequellen "Autarkie zu 100 Prozent erreicht". Dass aber im Strombereich die Verbrauchsschwankungen im Tagesverlauf durch die vorhandene Technik noch nicht vollständig mit regenerativen Energien abgedeckt werden können, machte Konrad ebenso deutlich. Dank Photovoltaik und Biogas mit Batteriespeicher komme man jedoch der ganzjährigen Deckung des Bedarfs an "erneuerbarem" Strom schon sehr nahe.

Viele neue Ideen

Konrad erläuterte auch, dass seit Anfang des Jahres eine "Kleine Biogasanlage" am Netz sei. 90 Prozent der dort eingesetzten Substrate seien Reststoffe aus den Stallungen in Form von Gülle und Festmist.

Als weitere aktuelle und zukünftige Elemente seines Konzepts stellte Konrad Elektro-Pkw, Hoflader mit Batteriebetrieb, Milch-Vorkühlung, LED-Beleuchtung oder die strom- und wassersparende Waschmaschine vor. Außerdem denke man nach über den Anbau von Energiehölzern und die Nutzung von Wasserkraft. Dies sei aber nur die eine Seite: Denn Konrad wie auch Brunner betonten ebenfalls, dass Energieeinsparung genauso ein wichtiger Bestandteil moderner Konzepte bleiben müsse.
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