Walter Scharnagl investiert 6,5 Millionen Euro in Kompetenzzentrum Digitalisierung
"E-House" elektrisiert Interessenten

Die Entscheidungsträger vor Ort: (von links) Bauherr und Bauunternehmer Walter Scharnagl, Baubetreuer Harald Schaller (Firma Scharnagl), OTH-Präsidentin Professor Dr. Andrea Klug, Dr. Wolfgang Weber (OTH), OTH-Vizepräsident Professor Dr. Alfred Höß, Sparkassenvorstandsvorsitzender und Ideengeber Ludwig Zitzmann, Architekt Stefan Kunnert sowie Sparkassenvorstand Hans-Jörg Schön. Bild: Götz

Ab sofort geht's aufwärts, versichert der Bauherr des "E-House" am Hetzenrichter Weg: Die Mitarbeiter von Walter Scharnagl nämlich haben die Bodenplatte und die Kellerwände gegossen. Auch darüber hinaus gab es jede Menge Neuigkeiten an der Großbaustelle.

Voll ins Schwarze trifft Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberpfalz Nord, mit seiner Idee, in einem "E-House" die digitale Kompetenz in der Region zu konzentrieren und auszubauen. In Walter Scharnagl fand er "innerhalb von Sekunden" einen Bauherrn, der Feuer und Flamme war. Und dieser beauftragte mit Architekt Stefan Kunnert einen Planer, "der einer derart wichtigen Einrichtung den adäquaten Rahmen gibt", so Zitzmann.

Sparkasse und die anderen Nutzer sowie der Bauherr stellen sich einer besonderen Herausforderung, sagt Zitzmann. Innovativ gelte es in diesem Haus, die digitalen Welt zu erforschen, zu erobern und zu nutzen. Das Projekt "E-House" sei die Manifestation der Idee, "die Digitalisierung voran und in die Praxis zu bringen". Namhafte Firmen aus der Region begeisterten sich ebenfalls für die "Thematik Industrie 4.0". Kein Unternehmen, das bestehen wolle, komme an der Digitalisierung vorbei. Die Region brauche dieses Kompetenzzentrum für digitale Anwendungen, das überregional ausstrahlen werde. Die Initiative sei ein weiterer Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft zur Bündelung regionaler Kompetenzen, betont der Ideengeber. Dankbar zeigt er sich über die Hilfe von Stadtverwaltung und Stadtrat, die schnell und flexibel entschieden hätten.

OTH einer der Hauptnutzer


Der "Blick nach vorne" müsse sich selbstverständlich auch in der Gebäude- und Heiztechnik zeigen, erklärt Architekt Kunnert. Rund 60 Prozent der benötigten Heizenergie zieht das Haus aus dem Grundwasser, das schon bei 2,5 Metern ansteht. Hinzu kommen Luft-Wärmepumpen sowie Solarenergie. Die Gebäudehülle ist hochgedämmt. Bauteil-Aktivierung nutzt die große Speichermasse des Betons.

Regelrecht begeistert zeigte sich beim Ortstermin auch Professor Dr. Andrea Klug über den "innovativen Zuwachs auf dem Hochschul-Campus". Die OTH-Präsidentin, die mit Vizepräsident Professor Dr. Alfred Höß und Dr. Wolfgang Weber an die Baustelle kam, hoffte, dass "all unsere digitalen Projekte, die wir in der Pipeline haben, sich auch verwirklichen lassen". Zudem betonte sie, dass die Hochschule mit ihren Instituten (etwa E-Commerce) und Fachbereichen "zu einem nicht geringen Anteil" Mieter im Haus sein wolle.

Die Flächen im "E-House" sind stark nachgefragt. Darum sattelt Bauherr Scharnagl nochmals zwei Geschosse drauf, so dass nun ein 24 Meter hohes Gebäude mit sechs Etagen entsteht. Die Sparkasse nutzt das Erdgeschoss für die neue digitale Beratungseinheit "S@ON". Dabei werde jedoch nur ein Geldautomat daran erinnern, dass es sich um eine Bankfiliale handelt. Alles andere sei der digitalen Welt vorenthalten, die hier neue Wege in die Praxis suche, erklärt Zitzmann.

In den oberen Etagen, die zunächst vollkommen offen geplant und dann individuell aufgeteilt werden können, sind jeweils 415 Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen. Pro Geschoss sind 35 Arbeitsplätze möglich, berichtet Stefan Kunnert, der in Harald Schaller, dem Projektsteuerer der Firma Scharnagl Hoch- und Tiefbau GmbH, einen starken Partner hat.

6,5 Millionen Euro investiert


Der Pool der interessierten Mieter ist überfüllt. Eine Auswahl der Nutzer, die im September 2017 einziehen können, ist noch nicht getroffen. Es gebe jedoch "mehr als ausreichend hochinteressante Anfragen". "Wir könnten noch ein oder zwei Geschosse draufsetzen. Die Statik gibt's her", schmunzelt Walter Scharnagl, der in das Projekt am Hetzenrichter Weg rund 6,5 Millionen Euro investiert. In diese Summe eingerechnet ist auch der Bau des neues Parkplatzes - zwischen "E-House" und Schützenhaus - mit 166 Stellplätzen.
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